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„Wenn’s einer kann”: Attensam expandiert © Attensam/www.martinsteiger.at
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Paul Christian Jezek 21.10.2016

„Wenn’s einer kann”: Attensam expandiert

Die Strategie, die Services flächendeckend in Österreich anzubieten, habe sich gelohnt, sagt Oliver Attensam (l.).

••• Von Paul Christian Jezek

Es hatte eine Zeit lang gedauert, bis man dem Markt klargemacht hatte, dass das Fami­lienunternehmen Attensam eben keine Hausverwaltung ist.„Seit 1980 bieten wir professionelle ganzheitliche Hausbetreuung, von der Hausreinigung über die technische Hausbetreuung bis hin zur Winter- und Grünflächenbetreuung”, präzisiert Geschäftsführer Oliver Attensam. Das Leistungsspektrum umfasst weiters Büro- und Industriereinigungen sowie Schädlingsbekämpfung und Regiereinigungen. Unterm Strich sieht man sich mit mehr als 1.100 Mitarbeitern österreichweit und 21 Niederlassungen als „heimischer Marktführer in der umfassenden Betreuung von Wohnimmobilien”.

Hoffnungsgebiet Bundesländer

Die Strategie, Attensam-Services flächendeckend in Österreich anzubieten, habe sich gelohnt, sagt Oliver Attensam. „Inzwischen verzeichnen wir ein Drittel unseres Umsatzes in den Bundesländern außerhalb von Wien – langfristig wollen wir diesen Anteil auf 50 Prozent erhöhen.”

Und die Zahlen geben ihm recht: Der wichtige Wiener Markt, in dem rund zwei Drittel der Umsätze erwirtschaftet wurden, wuchs um 6,7%. Der größte Anstieg wurde aber in Niederösterreich, Steiermark und Kärnten verzeichnet, wo das Wachstum mehr als 30% betrug, in Oberösterreich und Salzburg lag es bei 20, in Tirol und Vorarlberg bei 16%. Attensam: „Wir wollen den Wachstumskurs von 2015/16 beibehalten und gehen davon aus, dass wir im aktuellen Geschäftsjahr unseren Umsatz wieder um rund 10 Prozent steigern. In der gleichen Größenordnung wollen wir auch unseren Mitarbeiterstand erhöhen.”
Um dieses Ziel zu erreichen, wird weiter in die regionale Expansion investiert: Erst im Juli wurde ein neuer Standort in Wiener Neustadt eröffnet, von dem aus auch das Burgenland betreut wird. Noch im Herbst wird in Kalsdorf bei Graz eine größere Niederlassung eröffnet, bis zum Frühjahr 2017 wird der Standort Sankt Pölten ausgebaut. Nicht weniger als rund drei Mio. € sollen im nächsten Jahr insgesamt allein in Gebäude investiert werden.
Mit dem Bekenntnis zu regionalen und eigenständigen Tochtergesellschaften in den Bundesländern liegt man offensichtlich richtig. In Westösterreich nehmen Kunden eher Komplett­pakete in Anspruch, während im Osten vermehrt Einzelleistungen gebucht werden.
Neben der regionalen Verankerung lässt sich die Erfolgsbilanz ebenso auf die hohe Innovationskraft zurückführen. So hat Attensam im Vorjahr das Universalservice „Handyman” ins Leben gerufen: Spezialisten montieren Möbel und Lampen, schließen Waschmaschinen an, reparieren tropfende Wasserhähne oder erledigen Malerarbeiten – im Handumdrehen und preiswert: Ab 29 € für die erste halbe Stunde und 19 € für jede weitere halbe Stunde, Anfahrtszeiten werden nicht verrechnet. Derzeit ist der Handyman in Wien und Umgebung im Einsatz, zukünftig soll das Service auf alle großen Ballungsräume in Österreich ausgeweitet werden.
Über den kürzlich gestarteten Webshop – der erste dieser Art in Österreich – können von Privatkunden Aufträge für einen Großteil der Attensam-Dienstleistungen online in wenigen Minuten gebucht werden: Der Kunde gibt einige Parameter wie z.B. die Länge des Gehsteigs oder die Größe der Rasenfläche ein und erhält sofort einen Preis.

Was die Zukunft bringt

In nächster Zeit will man vermehrt ein Augenmerk auf den noch stark ausbaufähigen Bereich „Haustechnik und Wartung” legen, kündigt Peter Schrattenholzer, Geschäftsführer Attensam Wien, an. „Die Instandhaltung von Immobilien wird immer komplexer, nicht zuletzt durch den Einzug von immer mehr Technik und gesetzliche Vorgaben. Attensam verfügt über zahlreiche Spezialisten wie Installateure, Elektriker, Maler- und Baumeister, die Renovierungs- und notwendige Wartungsarbeiten in der Haustechnik kompetent und schnell erledigen können.”

Weitere Innovationen sollen das „Winterservice” noch effizienter und schneller machen. So wird derzeit eine Winterplanungssoftware entwickelt, welche die Schneeräumung noch reibungsloser gestalten soll und die dafür relevanten Daten digital abgleicht. Die Investition in die Routenplanungs-Software beträgt rund 500.000 €, um die Qualitätskontrolle über GPS und NFC zu ermöglichen. Weiters wird gerade eine neuartige Schaufel getestet, welche die Flächen bei Schneemengen bis zu 5 cm in kürzester Zeit säubert; Prototypen dieses patentierten Geräts sind bereits im Einsatz.

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