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Wie man die Erträge im Depot sprudeln lässt © AFP/Denis Charlet
© AFP/Denis Charlet

Andre Exner 17.02.2017

Wie man die Erträge im Depot sprudeln lässt

Dividendenstarke Aktien kombinieren Schutz mit Renditepotenzial; Coca-Cola ist da immer mit dabei.

••• Von Andre Exner

WIEN. Die Kursentwicklung ist an der Börse nur eine Komponente für nachhaltige Erträge – die zweite sind Dividenden. Denn der Blick in die Vergangenheit zeigt: Langfristig stammt knapp die Hälfte der Erträge von Aktienanlagen aus Dividenden. Dazu kommt, dass börsenotierte Unternehmen mit einer zuverlässigen Ausschüttungs­politik eine Art Sicherheitspolster bieten. Eine hohe Basisverzinsung schützt gegen Kursverluste – und wer bei schwachen Marktphasen weniger verliert, ist beim Aufschwung danach überproportional dabei.

Große Unternehmen im Vorteil

Um als defensive Aktie zu gelten, braucht es die Kombination von drei Faktoren, sagt Paul Severin, langjähriger Investmentexperte bei Erste Asset Management: Hohe Dividendenausschüttungen, hohe Marktkapitalisierung und niedrige Volatilität. „Insbesondere große und etablierte Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell sind in der Lage, ihren Aktionären laufend attraktive Dividenden aus den erwirtschafteten Gewinnen auszuschütten”, sagt er. Die Erste-Bank-Fondstochter hat mit dem Responsible Stock Dividend einen neuen Dividenden-Aktienfonds aufgelegt. Im Fonds sind zum Start Titel wie MAN, Coca-Cola und Procter & Gamble enthalten. „Wir streben eine Ausschüttungsrendite von drei Prozent an”, sagt Severin – und damit eine Basisverzinsung des Kapitals deutlich über dem Niveau von Anleihenfonds.

„Dividendentitel zählen zu den Klassikern am Markt, denn solide Bilanzen und hohe Ausschüttungen haben immer Saison”, meint Hannes Karre, Fondsmanager der Bank Gutmann. Umfassende und gut überdachte Dividendenaktienstrategien sind daher in jedem Marktumfeld attraktive Basisinvestments; sie bieten interessante Möglichkeiten, langfristige Wachstumschancen mit laufenden Ausschüttungen zu kombinieren.
Je nach Risiko-Ertragsprofil können sie um weitere Bausteine aus anderen Bereichen ergänzt werden. Karre warnt jedoch davor, Dividendenfonds als Sparbuchersatz zu sehen – „erstens wegen des Aktienprofils an sich, zweitens, weil die Dynamik der Unternehmen ausgeblendet wird”. Sprich: Nur weil ein Unternehmen in der Vergangenheit eine Dividende gezahlt hat, ist das noch lange keine Garantie, dass das auch in der Zukunft passieren wird.

Erfahrene Investment-Teams

Aktives Management ist für einen Dividendenfonds daher unerlässlich. Die Erste Asset Management hat für ihren neuen Fonds gleich ein Team aus vier Analysten im Dauereinsatz – und milliardenschwere Dividendenfonds wie der DWS Top Dividende der Deutschen Bank werden von Teams, bestehend aus mehr als 20 Experten, gemanagt.

Wie Fondsmanager Thomas Schussler sagt, sprechen die ersten Zahlen, die nach dem Beginn der Earnings Season vorliegen, weiter für Dividenden: Die Aktienbewertungen sind zwar bereits ambitioniert, doch das Gewinnwachstum ist im Blue-Chip-Sektor sehr solide. „Daher sollte die Bedeutung der Dividende zukünftig weiter steigen”, sagt der DWS-Experte.

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