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X führt besser als Y © Panthermedia.net/Artur Verkhovetskiy

Frauen wirtschaften besser und nachhaltiger, gehen gezielt weniger Risiko ein und verursachen viel weniger Insolvenzen.

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Frauen wirtschaften besser und nachhaltiger, gehen gezielt weniger Risiko ein und verursachen viel weniger Insolvenzen.

Helga Krémer 27.10.2017

X führt besser als Y

Definition Duden: Insolvenz, Substantiv. Ab sofort maskulin – im Hinblick darauf, wer denn die Unternehmen so in die Pleite fährt.

••• Von Helga Krémer

WIEN. Frauen führen Unternehmen weniger oft in die Insolvenz als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF: Rund 72% der von einer Insolvenz betroffenen österreichischen Unternehmen werden von einem oder mehreren Männern geleitet. Im Vergleich zu 21%, bei denen eine oder mehrere Frauen die Geschäftsführung verantworten.

„Die Frage, ob Frauen die besseren Führungskräfte sind, lässt sich sicherlich nicht pauschal beantworten; allerdings zeigen unsere Ergebnisse, dass Unternehmen mit einer oder mehreren Frauen an der Spitze offensichtlich besser und nachhaltiger wirtschaften als ihre männlich geführten Pendants”, meint ­Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich, und stellt fest: „Firmen mit einer weiblichen Geschäftsleitung bleiben in der Regel auch länger im Markt, weil Frauen konsequent reinvestieren und weniger Risiko eingehen.”
Außerdem zeigt die Erhebung, dass in den östlichen Bundesländern mehr Frauen in Führungspositionen sitzen – nämlich bei 38% der Unternehmen in Wien, bei 36% der Unternehmen in Niederösterreich sowie bei 36% der Unternehmen im Burgenland. In Tirol wiederum finden sich die wenigsten Frauen in den Chefetagen (28%).
„Obwohl Frauen so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, sind sie in den Chefetagen immer noch unterrepräsentiert. Frauen bekommen nicht nur in ­Österreich, sondern auch in den anderen europäischen Ländern weniger Gehalt bei gleicher Leistung, haben schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten und stoßen irgendwann an eine gläserne Decke. Zwar wird das Thema von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer ernster genommen, aber die bisher gesetzten Maßnahmen reichen noch nicht aus”, kritisiert Recsey.

Die Neugründung ist weiblich

Auch beim Schritt in die Selbstständigkeit haben die Damen ihre männliche Konkurrenz bereits abgehängt: Insgesamt fielen im Jahr 2016 77% der Gründungen auf Einzelunternehmen – 56% davon wurden von Frauen gegründet. Mit Ausnahme von Wien und Tirol machen sich in allen Bundesländern mehr Frauen als Männer selbstständig.

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