HEALTH ECONOMY
Ärzte mischen mit © APA/Aerztekammer

Die Österreichische Ärztekammer mischt sich in den Wahlkampf ein: mit Plakaten, Videos und Inseraten.

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Die Österreichische Ärztekammer mischt sich in den Wahlkampf ein: mit Plakaten, Videos und Inseraten.

Redaktion 22.09.2017

Ärzte mischen mit

Wahlserie: Die Ärztekammer startet eine Kampagne und will damit eine Aufwertung der Hausärzte erreichen.

WIEN. Vier Wochen vor der ­Nationalratswahl dominieren nicht nur Politiker auf Plakaten, auch die Ärztekammer startet eine Kampagne. Unter dem Motto „Ohne Ärzte geht's nicht” wendet sich die Standesvertretung mit Online-Videos und Plakaten in Wien, der Steiermark und dem Burgenland an die Bevölkerung und die Politik. Aufmerksam machen will man vor allem auf einen drohenden Ärztemangel.

Sechsstelliger Betrag

Auf den Plakaten werden drei Forderungen erhoben: „Drohenden Ärztemangel beheben”, „Das Primärversorgungsgesetz reparieren” und „Mehr ärztliche Kompetenz in die Politik”. In den Videos stellt auf nicht ganz ernst zu nehmende Art und Weise ein Mann dar, was passieren könnte, wenn es ­keine Ärzte gibt: Einmal versucht er sich wegen Bauchschmerzen selbst zu operieren, ein anderes Mal legt er sich mit hohem Fieber vor den geöffneten Gefrierschrank, und im dritten Video versucht er sich mit Herzbeschwerden an eine Batterie anzuschließen. Neben den Videos und Plakaten sind auch Inserate in Regionalmedien geplant. Als Kosten der Kampagne wird ein Betrag „im niedrigen sechsstelligen Bereich” genannt.

Die Ärztekammer will mit der Kampagne den wahlwerbenden Parteien und der künftigen Bundesregierung den ihrer Meinung nach dringenden Reformbedarf in der Gesundheitsversorgung ins Gedächtnis rufen. Der Vizepräsident und Obmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, bestätigte bei der Präsentation, dass der Zeitpunkt im Nationalratswahlkampf kein Zufall sei. Er kündigte außerdem an, dass die jetzige Kampagne nur ein erster Schritt sei und man diese „in der einen oder anderen Art” weiterführen werde.
Steinhart betonte, dass es „höchste Zeit für eine Trendumkehr” in der Gesundheitspolitik sei. Auf den Ärztemangel habe die Politik „keine Antwort”. Stattdessen werde nur eine Ideologie verfolgt und Primärversorgungszentren errichtet. Die Leiterin des Referats Primärversorgung, Naghme Kamaleyan-Schmied, wandte sich gegen eine Subventionierung solcher Zentren, die nicht wohnortnah seien und keine Zuwendungs­medizin und keine freie Arztwahl garantieren würden; sie forderte stattdessen eine Vernetzung bestehender Arztpraxen. (iks)

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