HEALTH ECONOMY
Ärzte stehen auf der Straße © Ärztekammer für Wien/Michaela Obermair

Rund 200 Ärzte gingen in Wien auf die Straße, rund 600 hielten ihre Ordinationen geschlossen.

© Ärztekammer für Wien/Michaela Obermair

Rund 200 Ärzte gingen in Wien auf die Straße, rund 600 hielten ihre Ordinationen geschlossen.

Redaktion 16.12.2016

Ärzte stehen auf der Straße

Die Ärztekammer hat den Beschluss der Gesundheitsreform im Parlament am Mittwoch zum Anlass für Proteste genommen.

WIEN. Mit einer Pressekonferenz hat am Mittwoch die Ärztekammer ihren Streik- und Aktionstag begonnen. Durch die jüngste Gesundheitsreform seien „Versorgung und Würde” der Menschen in Gefahr, warnte Vizepräsident Johannes Steinhart. Danach wurde demonstriert. Mehr als 600 geschlossene Ordinationen und ein Marsch mit 200 Ärzten durch die Wiener Innenstadt wertete die Kammer als „starkes Zeichen”. In Wien gibt es rund 1.900 niedergelassene Allgemeinmediziner. Die Ärztevertreter fürchten, dass der bewährte Hausarzt „durch profitorientierte Primärversorgungszentren” obsolet gemacht werden soll.

Kritik an Ärzten

Patientenanwalt Gerald Bachinger kritisierte den Streik als „unnötiges Theater” einer Funktionärs-Kaste, die den Kontakt zu den Patienten verloren habe. Er hielt der Ärztekammer vor, „vollkommen gegen die Interessen der Patienten” zu agieren. Auch Regierungsvertreter kritisierten die Proteste. Die Opposition dagegen unterstützte die Ärzte.

Für rechtswidrig hält der Hauptverband die von der Wiener Ärztekammer ausgesprochene Empfehlung an die Ärzte, sich am Streiktag nicht am E-Card-System anzumelden, auch dann nicht, wenn sie Patienten an diesem Tag behandeln; das widerspreche dem E-Card-Vertrag.

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