HEALTH ECONOMY
Ärztekammer nutzt Ordi-TV © y-doc.at (3)

Kaum irgendwo sind Mensch dankbarer, wenn sie Wartetzeit mit dem Schauen von Werbung verbringen können wir in Ärzteordinationen. Die Ärztekammer will das nun auch für ihre Infos nutzen.

© y-doc.at (3)

Kaum irgendwo sind Mensch dankbarer, wenn sie Wartetzeit mit dem Schauen von Werbung verbringen können wir in Ärzteordinationen. Die Ärztekammer will das nun auch für ihre Infos nutzen.

18.12.2015

Ärztekammer nutzt Ordi-TV

Eine Kooperation der Wiener Ärztekammer zur Ausstattung aller Ordinationen in Wien mit Wartezimmer TV schiebt das Medium kräftig an, ist der Anbieter y-doc überzeugt.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. Der Wartezimmer-TV-Anbieter y-doc Infotainment kann das Jahr mit einer erfolgreichen Nachricht abschließen: Nach umfangreichen Vorarbeiten und einem zweistufigen europaweiten Ausschreibungsverfahren stellt die Kurie der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Wien ihren Mitgliedern Wartezimmer-Fernsehen kostenlos zur Verfügung. Das Projekt der Ärztekammer für Wien wird gemeinsam mit y-doc Infotainment im Wartezimmer durchgeführt.

EU-weite Ausschreibung

„Die EU-weite Ausschreibung der Ärztekammer für Wien hat zum Ziel, möglichst viele Ordinationen in Wien mit Gratis-Screens zu versorgen; die erste Tranche ist auf vorerst 400 Screens beschränkt”, sagt y-doc-Geschäftsführer ­Michael F. Richter. Da sich viele Ordinationsgemeinschaften ein Wartezimmer und somit einen Bildschirm teilen, entspreche das etwa 500 bis 600 Ärzten. „Die erste Anmeldefrist endet bereits am 31. Dezember. Der Rollout ist für das zweite Quartal 2016 geplant. Über Beträge wollen wir Stillschweigen bewahren, jedoch umfasst der Deal die Ausstattung sowie den technischen Betrieb und die Austausch-Garantie für zumindest fünf Jahre.”

Die Screens bleiben bei der Kooperation im Eigentum von y-doc. Im Gegenzug räumt y-doc der Ärztekammer für Wien drei Minuten Sendezeit für standespolitisch ­relevante Informationen ein.
Bei einer erfolgreichen Umsetzung sei wohl mit einer zweiten Welle an Screens zu rechnen, hofft Richter. Weitere Landesärztekammern würden diese Entwicklung sehr interessiert beobachten, und er könne sich durchaus vorstellen, in absehbarer Zeit ähnliche Projekte in anderen Bundesländern zu realisieren.
Im Zuge des Ärztekammer-Projekts werden zudem die ersten ­y-doc-Screens online gehen. Richter: „Die bestehenden Screens werden ja monatlich per neuem USB-Stick versorgt. Diesen bestehenden Ärzten wird künftig die Möglichkeit eingeräumt werden, von offline auf online zu wechseln.” Durch den gesamten Ärztekammer-Deal wachse das y-doc-Netz von aktuell 909 Ärzten auf dann etwa 1.500. Zudem wurden mit den Marktbegleitern TV Wartezimmer und Vita TV Verträge abgeschlossen, wonach ­y-doc ab Anfang Jänner 2016 deren Werbezeitenvermarktung exklusiv übernimmt.
„Dadurch erweitert sich das gesamte, über y-doc buchbare Netz um weitere gut 400 Ärzte sowie um gut 200 Screens in Ambulanzen.” Das gesamte Medium Wartezimmer TV erreiche aktuell 30% aller Patienten im gesamten niedergelassenen Bereich in Österreich. Nach Abwicklung des Ärztekammer-Projekts werde diese Reichweite auf etwa 40 bis 50% steigen. Ergänzend vermarktet y-doc auch beide Screen-Netze in rund 400 Apotheken landesweit. „Da 61 Prozent der Patienten nach dem Arztbesuch eine Apotheke frequentieren, sind die Apotheken-Screens die logische Ergänzung von Kampagnen in Arztwartezimmern.”

Steigende Umsätze

Der y-doc-Geschäftsführer erwartet sich durch den Deal auch kräftig steigende Umsätze für sein Unternehmen. „Die vergangenen beiden Jahre standen im Zeichen der EG-weiten Ausschreibung der Ärztekammer für Wien. Da die Möglichkeit bestand, dass Ärzte in Wien künftig einen Gratis-Screen bekommen würden, wurde die Akquisition neuer Ärzte bewusst reduziert. So wurde nur überschaubar von etwa 850 auf nunmehr 909 Ärzte aufgestockt. Da immer mehr Unternehmungen aus dem Non-pharma-Bereich die Wirksamkeit von Wartezimmer TV erkennen, konnte der Umsatz dennoch jährlich um etwa 20 Prozent gesteigert werden, ebenso entwickelte sich die Ertragslage”, sagt er.

Generell würden immer mehr Unternehmen den Nutzen von Wartezimmer-Fernsehen für sich entdecken. Richter: „Im Rahmen des Ambient Meter wurde heuer abermals ein exaktes Zielgruppen-Portfolio erstellt. Demnach rangieren Interessen wie Haarpflege, Körper- und Hautpflege, aber auch Autos oder Geldanlage ganz vorn.”

Auch Non-Pharma-Kunden

So sei es nur eine logische Konsequenz, dass auch Unternehmen wie Lexus und Bawag sowie Marken wie Diadermine und Fa Flüssigseife diesen Werbekanal für sich entdeckt haben, schildert der Unternehmer. Die Werbekunden profitieren dabei von der wohl einzigartigen Situation, während derer Patienten beziehungsweise Kunden durchschnittlich 40 Minuten warten müssen – und dabei Werbung nicht als störend, sondern als willkommene Abwechslung empfinden.” Abgerundet werde dieses Bild von der enorm hohen Glaubwürdigkeit des Werbeumfelds sowie vom Mangel an Ablenkungen.

y-doc Infotainment steht im ­Eigentum von Michael F. Richter und hat nach eigenen Angaben fünf Beschäftigte; Umsatzzahlen will Richter nicht bekannt geben.

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