HEALTH ECONOMY
Ärztemangel am Land wird zunehmend zum Problem © panthermedia.net/Arne Trautmann
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Ina Karin Schriebl 13.05.2016

Ärztemangel am Land wird zunehmend zum Problem

Bauer sucht Arzt, heißt es immer öfter in der ländlichen Gebieten. Die Bundesländer fordern nun Gesundheitsreformen und mehr Geld.

••• Von Ina Karin Schriebl

SALZBURG. Landärzte werden zunehmend eine verschwindende Spezies und – so die Sorge einiger Landespolitiker – künftig nur noch in Fernsehserien gepriesen werden. Die Gesundheitsreferenten der Länder haben nun bei ihrer zweitägigen Konferenz in Salzburg über Maßnahmen gegen den Mangel an Allgemeinmedizinern und Notärzten beraten und auch mehr Geld für bestmögliche Therapie von Seltenen Krankheiten gefordert. Die Hälfte der Patienten in den Spitalsambulanzen wäre im niedergelassenen Bereich besser aufgehoben, sagte Salzburgs Landeshauptmannstellvertreter und Gesundheitsreferent Christian Stöckl (ÖVP).

Schwierige Arztsuche

Es sei immer schwieriger, niedergelassene Ärzte zu finden, die auch in den ländlichen Region arbeiten, erklärte Stöckl. Um das Interesse für den Beruf des praktischen Arztes zu fördern, sollte die Allgemein­medizin ein Kernelement der universitären Ausbildung sein. „Es bedarf auch spezieller Lehrpläne in den Krankenhäusern.” Zudem müsse die Ausbildung in Lehrpraxen im klinisch-praktischen Jahr forciert werden. Die Landesgesundheitskonferenz habe die Gesundheitsministerin ersucht, unter Einbindung der Länder und Sozialversicherungsträger ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Nachbesetzungsmangel umzusetzen.

„Das Fach Allgemeinmedizin muss an Prestige gewinnen. Es muss klar sein, dass der praktische Arzt eine entscheidende Rolle in der medizinischen Versorgung spielt”, betonte Stöckl. Er verwies auf das im Jahr 2012 gegründete Projekt „Salzburger Initiative Allgemeinmedizin”, das Seminare, Mentoring und Lehrpraxis umfasst. Zehn bis zwölf Personen pro Jahr würden mit der Ausbildung beginnen, doch es sollten mindestens 19 sein, „eigentlich bräuchten wir noch mehr”, sagte Stöckl. In Kärnten sollten im Jahr 20 Mediziner mit der Ausbildung beginnen, ergänzte Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ).
Um jungen Ärzten den Beruf des Allgemeinmediziners schmackhaft zu machen, müssten die Sozialversicherungsträger mit der Ärztekammer entsprechende Verträge ausarbeiten. Ziel der Gesundheitsreform sei auch, neue Versorgungszentren mit „Best Point of Service” zu schaffen, mit Öffnungszeiten von zwölf Stunden, damit die Patienten nicht in die Krankenhäuser gehen müssen, erklärte Prettner.

Forderungen an den Bund

Der Bund müsse dafür die gesetzlichen Grundlagen liefern. Weiters wünschen sich die Gesundheits­referenten mehr finanzielle Mittel für den gynäkologischen Bereich und für Patienten mit Seltenen Krankheiten. Dafür sei ein zweistelliger Millionenbetrag erforderlich, sagte Prettner. Generell peilten die Gesundheitsreferenten das Ziel an, in den Entscheidungen noch ­effizienter und schneller zu werden, damit die Bevölkerung deren Umsetzung rasch zu spüren bekomme. Generell hielt Stöckl aber auch fest, dass die Kosten im Gesundheitsbereich nicht explosionsartig in die Höhe schnellen dürften; eine jährliche Steigerungsrate von 3,6 Prozent wolle man einhalten.

Um den Hausärzten eine bessere Einkommensbasis zu verschaffen, wurde dieser Tage im Parlament eine Änderung der Hausapotheken­regelung beschlossen. Künftig dürfen Ärzte unter bestimmten Umständen auch in Gemeinden, in denen schon eine öffentliche Apotheke vorhanden ist, eine ärztliche Hausapotheke betreiben. Experten kritisieren allerdings die Verknüpfung von ärztlichem Einkommen mit der Abgabe von Arzneimitteln und fürchten zu viele Ver­ordnungen.

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