HEALTH ECONOMY
Auslagerung hilft © Marcel Hagen/Studio 22

Christopf Mossbrugger und Peter Schoissengeier ortet enormes Einsparungspotenzial.

© Marcel Hagen/Studio 22

Christopf Mossbrugger und Peter Schoissengeier ortet enormes Einsparungspotenzial.

ulli moschen 24.06.2016

Auslagerung hilft

Das Vorarlberger Unternehmen Mositech Medizintechnik GmbH koordiniert die ­Reparatur und Logistik für defekte OP-Instrumente. Das Einsparpotenzial ist enorm.

••• Von Ulli Moschen

DORNBIRN. Zentralsterilisation – also die Reinigung, Desinfektion, Sortierung, Sterilisation und Bereitstellung von Medizinprodukten wie etwa Operationsbesteck – wird für Krankenhäuser zunehmend wichtig. Wird sie gebündelt, wird sie jeweils von einem internen oder externen Dienstleister eines oder auch mehrerer Krankenhäuser übernommen.

40 Spitäler als Kunden

Für den Fall, dass OP-Instrumente kaputt gehen, nutzen knapp 40 Krankenhäuser in Österreich bereits das Instrumenten-Management des Vorarlberger Unternehmens Mositech (MIM). Dabei werden defekte Instrumente abgeholt und reparierte wieder zugestellt. MIM organisiert die regelmäßige Abholung von defekten und Zustellung von reparierten Ins­trumenten. Dadurch erspart sich das Krankenhaus den Kontakt zu Hunderten verschiedenen Lieferanten. Auch den Makler für den besten Preis spielt MIM, indem die Konditionen allen beteiligten Krankenhäusern zugutekommen. Der Reparaturverlauf kann online überwacht werden, und das Unternehmen mit Sitz in Dornbirn legt genau Rechenschaft über Kosten und Einsparungen ab. Verrechnet wird üblicherweise eine Flat Fee, also eine Pauschale, unabhängig davon, ob der reparierte Gegenstand ein paar oder ein paar tausend Euro kostet. Peter Schoissengeier, Leiter des Profit Center MIM des Medizintechnik-Unternehmens, sieht in dem Sektor ein hohes Einsparungspotenzial für Krankenhäuser und das Gesundheitswesen insgesamt. „Wenn wir von der Preis­ersparnis und der Reduktion der Prozesskosten bei unseren bestehenden Kunden ausgehen, könnten sich Österreichs Krankenhäuser locker Millionenbeträge einsparen”, ist der ehemalige Spitzensportler überzeugt.

Die Mositech Medizintechnik GmbH wurde 1992 von Christof Moosbrugger gegründet und erwirtschaftet jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag mit dem Service und dem Vertrieb medizintechnischer Produkte namhafter Hersteller wie etwa Pentax-Endoskope, Leica-Mikroskope und Lumenis-Laser. Gestartet wurde das Mositech Instrumenten-Management im Jahr 1999, als das Unternehmen die Reparatur einer kaputten ­Schere übernahm.

Sechs Millionen Euro Umsatz

Heute umfasst das Sortiment über 8.000 verschiedene Instrumente, jährlich finden 60.000 Transaktionen mit über 300 Lieferanten und Herstellern statt. Auch von OP-Raritäten lässt sich das siebenköpfige Team von MIM nicht abschrecken. Rund sechs Mio. € Umsatz erwirtschaftet das Unternehmen zurzeit pro Jahr allein mit dem Instrumenten-Management.

Vergangenen Herbst hat das Unternehmen die Ausschreibung des Instrumentenmanagements für die steirischen Krankenhäuser gewonnen.

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