HEALTH ECONOMY
Brexit: Jetzt geht es im Finale um die Filetstücke © AFP
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Martin Rümmele 22.09.2017

Brexit: Jetzt geht es im Finale um die Filetstücke

Österreich will die EU-Arzneimittelbehörde EMA nach Wien holen. Die Entscheidung darüber fällt bald.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/BRÜSSEL/LONDON. Die EU-Mitgliedsländer rittern derzeit darum, wo künftig die Bankenaufsicht und die Arzneimittelbehörde sitzen. Österreich rechnet sich gute Chancen aus. Geplant ist eine Entscheidung per Abstimmung beim Rat der EU-Außen- und Europaminister im November. Während sich bisher WKO, Stadt Wien, Kanzleramt und Gesundheitsministerin für die EMA ins Zeug geworfen haben, war aus den Außenministerium noch wenig zu hören.

Wien gibt sich international

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und die Wiener Finanzstadträtin Renate Brauner (beide SPÖ) priesen zuletzt die Vorzüge Wiens und hoben vor allem die zum achten Mal in Folge festgestellte höchste Lebensqualität hervor. Brauner sagte zur Bewerbung Wiens in Anlehnung an einen früheren Wahlkampfslogan des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, „Yes, Vienna can”. Immerhin sei Wien „die Nummer drei der Kongressstädte in der ganzen Welt”. Sie hob auch die Internationalität der Donau-Metropole hervor. „190 Nationalitäten sind in Wien versammelt – wir wissen, wie man mit internationalen Organisationen umgeht.” Die EMA beschäftigt derzeit rund 900 Mitarbeiter. Beobachter erwarten, dass zahlreiche Pharmafirmen weitere Beschäftigte an den neuen Standort übersiedeln – immerhin werden hier Zulassungsentscheidungen für Medikamente getroffen.

Zur Abstimmung beim Ministerrat im November kommen alle aufrechten Bewerbungen für den Standort einer Agentur. In der ersten Wahlrunde verteilt jeder Minister sechs Punkte: Drei für den Standort seiner ersten Wahl, zwei für die zweite Wahl und ein Punkt für die dritte Wahl. Erhält ein Standort drei Punkte von 14 Ministern oder mehr, ist er gewählt. Ist das nicht der Fall, gibt es zwei weitere Stichwahlen mit einfacher Mehrheit.

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