HEALTH ECONOMY
Erfolgreiche Integration © Christian Husar für Sanofi

Sanofi Österreich-Managerin Sabine Radl sieht gravierende Änderungen auf das Gesundheitswesen zukommen.

© Christian Husar für Sanofi

Sanofi Österreich-Managerin Sabine Radl sieht gravierende Änderungen auf das Gesundheitswesen zukommen.

Martin Rümmele 20.10.2017

Erfolgreiche Integration

Mit der Übernahme von Sanofi Pasteur und der OTC-Sparte von Boehringer Ingelheim ist Sanofi stark gewachsen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die Österreich-Tochter des Pharmariesen Sanofi hat ein arbeitsintensives Jahr hinter sich und rüstet für mehrere Produktneueinführungen. Wie berichtet, hat der Konzern im Vorjahr in einem Megadeal mit dem deutschen Unternehmen Boehringer Ingelheim die OTC- und Tiergesundheitssparte abgetauscht dabei und von Boehringer das gesamte Geschäft mit rezeptfreien Produkten übernommen; gleichzeitig wurde auch das Impfstoffgeschäft von ­Sanofi Pasteur MSD reintegriert.

Sanofi und seine globale Geschäftseinheit für Impfstoffe, Sanofi Pasteur, hatten Anfang des Jahres das Ende ihres gemeinsamen Impfstoff-Joint-Ventures mit Sanofi Pasteur MSD bekannt gegeben. Sanofi Pasteur und MSD verfolgen nun ihre Impfstrategien in Europa getrennt voneinander und haben ihr jeweiliges europäisches Impfstoffgeschäft in ihren operativen Betrieb integriert.

Mehr Beschäftigte

„Die Zahl der Beschäftigten ist dadurch in Österreich von 125 auf 160 gestiegen. Wir hatten schon im Vorjahr ein Integrationsteam aufgebaut, das alle neuen Leute betreut und alle Prozesse durchleuchtet hat. Es ist dadurch alles – sowohl intern als auch extern – sehr gut gelaufen”, sagt Sanofi Österreich-Geschäftsführerin Sabine Radl.

Das Unternehmen deckt im Portfolio nun von OTC-Produkten über Impfstoffe, Medikamente zur Therapie großer Volkskrankheiten wie Diabetes über Krebsmittel bis zu Produkten für seltene Erkrankungen die gesamte Breite ab.
Radl: „Wir hatten zuletzt pro Jahr eine wichtige Neueinführung; für das nächste Jahr bereiten wir sogar zwei neue Produkte vor.”
Im Bereich Diabetes setzt das Unternehmen nicht zuletzt auf Sensibilisierung bei Patienten und Gesundheitsberufen und wird hier heuer noch ein Produkt launchen. Seit zwei Jahren bietet Sanofi im Rahmen der Aktion „Gesünder unter 7 PLUS” Menschen in Einkaufszentren die Möglichkeit zur Messung von Cholesterin- und Blutzuckerwerten. „Das ist ein niederschwelliger Zugang, der die Menschen auch anspricht. Wir wollen hier einfach einen Beitrag leisten, um die hohe Dunkelziffer zu senken”, sagt die Pharmamanagerin. Je später eine Erkrankung erkannt werde, umso höher seien später die Therapiekosten.
Genau das erhöhe auch den Druck auf die gesamte Gesundheitsbranche, sagt Radl, die seit heuer auch Vizepräsidentin des Pharmaverbands Pharmig ist. Das System habe zahlreiche Mängel, versuche aber mit dem Spardruck meist auf die Industrie abzuzielen: „Das greift zu kurz.” Gerade die Wertigkeit von Innovationen werde oft nicht gesehen. Hier brauche es eine bessere Zusammenarbeit zwischen Zahlern und Industrie, um neue Wege zu suchen. Denn einerseits würden die Digitalisierung und die Forschung in den kommenden Jahren das System stark verändern, andererseits müsse man strukturelle Änderungen andenken. „Wir müssen etwa fragen, welche Funktion Spitäler künftig erfüllen sollen.”

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