HEALTH ECONOMY
Hoher Besuch an der Donau © Pfizer

Tony Maddaluna, Pfizer-Produktionschef, besuchte Standort in Niederösterreich.

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Tony Maddaluna, Pfizer-Produktionschef, besuchte Standort in Niederösterreich.

Ina Schriebl 29.05.2015

Hoher Besuch an der Donau

Pharmaproduktion Pfizers weltweiter Produktionschef war auf Kurzbesuch in Österreich – und sprach über das Auf und Ab von Produktionsstätten

Pharma-Manager Maddaluna: Arzneimittelsicherheit wird problematisch, wenn der Patentschutz fällt.

Wien. Die Pharmaindustrie stellt sich oft als Leuchtturm der Forschung dar. Das betrifft die Entwicklung von Medikamenten. Fürs Geschäft sind nach der Zulassung aber Lieferfähigkeit und Qualität entscheidend: „Kosten, Versorgungssicherheit und Qualität sind ein Dreieck. Kompromisse bei der Qualität sind keine Wahl”, sagte nun der weltweite Produktionschef von Pfizer, Tony Maddaluna.

Maddaluna war kürzlich am Produktionsstandort in Orth an der Donau – der mit der Übernahme des Impfstoffgeschäfts von Baxter zu Pfizer gewandert ist; rund 230 Mitarbeiter von Baxter wanderten mit. Pfizers derzeitiger Jahresumsatz beträgt mehr als 46 Mrd. €.
„Wenn wir etwas zukaufen, dann gehen wir in diese Unternehmen. Manchmal ist es notwendig, bevor wir ein Geschäft eingehen, diesen Unternehmen bei der Erfüllung von Standards zu helfen. Sollte sich herausstellen, dass es nicht geht, brechen wir die Kontakte ab”, schilderte Maddaluna. Dies gelte auch für Unternehmen in Indien und China, wo mittlerweile eine Vielzahl von aktiven Wirksubstanzen für die pharmazeutische Industrie, Vorläufersubstanzen und andere Produkte hergestellt werden. „Manche Unternehmen dort sind gut, die Situation bessert sich. Es ist vor allem eine Frage der ‚Sicherheitskultur', die da eine Rolle spielt.”
Zwar mittelfristig geplant, immer aber abhängig von der aktuellen Entwicklung des Unternehmens, ist die Zahl der Produktionsstandorte eines Pharmkonzerns – vor allem in Zeiten erneuter Auf- und Zukäufe. „Wir haben derzeit weltweit um die 55 Produktionsstandorte, hatten aber auch schon 30 bis 35 oder mehr als 100”, so Tony Maddaluna: „Bevor in Europa die Grenzen geöffnet wurden, hatten wir in viel mehr Ländern Produktionen.” Konsolidierung und erneuter Zuwachs wechselten einander ab.

Sicherheit ist wichtig

Ein Problem mit der Sicherheit gebe es bei neuen Arzneimitteln kaum. Die Problematik in der Pharmaindustrie liege heute in der Situation, „wenn der Patentschutz aufhört und die Preise stark nach unten gehen. Dann steigt jeder ein”, sagte Maddaluna.
Einfacher werde die Pharmaproduktion auch in Zukunft nicht. Der Anteil der Biotech-Arzneimittel, deren Herstellung deutlicher komplexer als die Produktion von „kleinen Molekülen” mittels Wirkstoffsynthese ist, werde noch weiter steigen. Monoklonale Antikörper und Vakzine seien dafür verantwortlich. Auf seiner Europa-Tour besucht Maddaluna auch andere bestehende und wahrscheinlich zukünftige Pfizer-Produktionsstandorte.

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