HEALTH ECONOMY
Kampagne zu Rückenschmerz © kommunikationsatelier

Paul Pocek (Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew) und Ingo Raimon (AbbVie) beim Kick-off zur „Zeig Rückgrat”-Initiative.

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Paul Pocek (Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew) und Ingo Raimon (AbbVie) beim Kick-off zur „Zeig Rückgrat”-Initiative.

Katrin Waldner 24.06.2016

Kampagne zu Rückenschmerz

Das Pharmaunternehmen AbbVie und die Vereinigung ­Morbus Bechterew starten eine Aufklärungskampagne zu chronischen Rückenschmerzen.

••• Von Katrin Waldner

WIEN. AbbVie, ein global forschendes Biotech-Unternehmen, das 2013 aus der Aufteilung von Abbott entstanden ist, und die Österreichische Vereinigung Morbus Bechterew (ÖVMB) wollen mit einer gemeinsamen Aufklärungsinitiative die Früherkennung bei chronisch entzündlichem Rückenschmerz fördern. Mit der Website www.rückencheck.at will man unter dem Motto „Zeig Rückgrat” vor allem junge Erwachsene als potenzielle Risikogruppe sensibilisieren. Dazu wurde ein Fünf-Fragen-Test entwickelt, der es Teilnehmern innerhalb einer Minute ermöglichen soll, eine erste Einschätzung eines Erkrankungsrisikos zu treffen. Das Ergebnis sollte man mit einem Rheumatologen besprechen – so soll erreicht werden, dass sich der Zeitraum zwischen Ausbruch der Krankheit und Diagnose verkürzt.

Schubweise Prozesse

60.000 Menschen sind in Österreich von chronisch entzündlich Rückenschmerz, axialer Spondyloarthritis oder Morbus Bechterew, betroffen. Das ist eine chronisch-rheumatische Krankheit, bei der sich das Immunsystem durch eine Fehlfunktion der körpereigenen Abwehr gegen Knochen- und Knorpelgewerbe wehrt. Die Folge sind schubweise Entzündungsprozesse in der Wirbelsäule. „Rückenschmerzen, die schon länger als drei Monate andauern, in der Lendenwirbelsäule sitzen und hauptsächlich in Ruhephasen, insbesondere in der Nacht und am frühen Morgen auftreten, können auf axiale Spondyloarthritis hinweisen. Symptomatisch ist auch, dass sich die Schmerzen im Laufe des Tages bessern”, klärt der Rheumatologe Johannes Grisar auf.

Warum die Krankheit auftritt, ist bis heute nicht genau geklärt, man vermutet dahinter aber genetische Faktoren. Rheumafaktoren, die oft einen Hinweis auf andere rheumatische Krankheiten liefern, lassen sich hier nicht im Blut nachweisen. Veränderungen des Bewegungsapparats sind im normalen Röntgenbild erst nach Jahren nachweisbar – weswegen eine axiale Spondylo­arthritis durch einen unauffälligen Röntgenbefund nicht ausgeschlossen werden kann; allerdings kann ein Facharzt die Krankheit bereits im Frühstadium auf einem MRT-Bild erkennen.

Hohe Dunkelziffer

Die Dunkelziffer bei chronisch entzündlichem Rückenschmerz ist nach Schätzung von Experten sehr hoch. Etwa Dreiviertel aller Betroffenen wissen gar nichts von ihrer Krankheit, schätzen Beobachter. Oft sind die Symptome nicht eindeutig zuordenbar und zwischen dem Ausbruch der Krankheit und ihrer ­Diagnose vergehen oft bis zu ­sieben Jahre – inklusive einer Ärzte-Odyssee und schmerzhaftem Leidensweg.

„Der Patient leidet von Anfang an unter großen Schmerzen und ist in seinem Alltag stark beeinträchtigt. Doch nicht nur deshalb ist eine zeitnahe Diagnose wichtig. Mit Fortschreiten der Krankheit kommt es zu einer zunehmenden Verknöcherung der Wirbelsäule und einer massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Betroffenen”, sagt Grisar. ­Morbus Bechterew ist unheilbar, weswegen es bei der Behandlung vor allem darauf ankommt, die Schmerzen zu lindern und körperliche Einsatzfähigkeit zu erhalten.
Ziel von AbbVie ist es, innovative Therapien für einige der komplexesten und schwerwiegendsten Krankheiten der Welt zu entwickeln und bereitzustellen. Aktuell beschäftigt AbbVie weltweit etwa 25.000 Mitarbeiter und vertreibt seine Medikamente in über 170 Ländern. In Österreich ist AbbVie in Wien vertreten und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter.

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