HEALTH ECONOMY
Kiweno versucht sich an Atemluft © Michael Rottmann

Kiweno-CEO Bianca Gfrei will Patienten mittels Versandtests helfen.

© Michael Rottmann

Kiweno-CEO Bianca Gfrei will Patienten mittels Versandtests helfen.

Redaktion 06.05.2016

Kiweno versucht sich an Atemluft

Das E-Health-Start-up Kiweno will mit einem weiteren Test Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufzeigen. Zuletzt gab es Kritik an der fehlenden Evidenz von Tests.

INNSBRUCK/WIEN. Das Start-upKiweno reagiert auf seine Art auf die jüngste Kritik an mangelnder medizinischer Evidenz seiner Tests von Nahrungsmittelunverträglichkeiten: es bringt einen weiteren Test, diesmal gegen Laktoseintoleranz. Wie berichtet, bietet das Unternehmen Test-Kits im Internet an, die Kunden Selbsttests ermöglichen. Auf der Gesundheitsplattform my.kiweno.com findet jeder Nutzer dann verständlich aufbereiteten Testergebnisse, Ernährungsempfehlungen und Gesundheitstipps. Zu den Investoren zählen Hansi Hansmann und ­Rudi Semrad. Vor wenigen Wochen erhielt Kiweno eine Anschlussfinanzierung über 7 Mio. € von einem Beteiligungsunternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe.

Fundierter Test

Laktoseintoleranz sei ein häufiger Auslöser von ernährungsbedingten Beschwerden, betont das Unternehmen. Fast jeder vierte Österreicher leide unter Symptomen wie Durchfall, Bauchschmerzen, wiederkehrenden Kopfschmerzen, Verstimmungen, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen. Bei einer solchen Intoleranz kann der Körper Milchzucker nicht aufspalten und nicht verwerten. Laktose ist vor allem in Milch, Milchprodukten und Käse enthalten. In geringen Mengen kann Laktose auch in industriell verarbeiteten Wurst- oder Getreideprodukten vorkommen. Neben einer genetisch bedingten, primären Laktoseintoleranz gibt es auch eine erworbene, sogenannte sekundäre Laktoseintoleranz, die durch Entzündungen oder eine angegriffene Darmflora entsteht. Diese werden mittels einem seit 1969 standardisierten, wissenschaftlich anerkannten Testverfahren festgestellt: Ein Atemtest, bei dem die Konzentration des Wasserstoffs (H2) in der Atemluft gemessen wird.

Im Kiweno-Test wird die Atemprobe in dafür eigens entwickelte, innovative vakuumdichte Reagenzgläser abgegeben. Die Atemproben werden vom Kunden postalisch versandt und von einem deutschen Partnerlabor analysiert. Die Resultate und weiterführende Ernährungstipps finden Kunden innerhalb weniger Tage auf der Gesundheitsplattform. (red)

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