HEALTH ECONOMY
Klein und innovativ © panthermedia.net/jk1991

Eine Studie zeigt, dass große Unternehmen zuletzt weniger innovativ waren als kleinere Biotech-Unternehmen.

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Eine Studie zeigt, dass große Unternehmen zuletzt weniger innovativ waren als kleinere Biotech-Unternehmen.

Martin Rümmele 10.03.2017

Klein und innovativ

Studie: Biogen, AbbVie und Gilead sind die innovativsten Pharmaunternehmen. Sie haben die Riesen überholt.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/NEW YORK. In seinem nunmehr siebten Jahr stellt der Productive Innovation Index (PII) die Pharmaunternehmen vor, die bei der Entwicklung und Kommerzialisierung innovativer Produkte am erfolgreichsten sind. Auf Grundlage einer systematischen, objektiven Analyse des Erfolgs jedes Unternehmens zwischen 2011 und 2016 kletterten 2017 einige große Pharmaunternehmen wieder in die Top 10. Sowohl Bristol-Myers Squibb als auch Merck verzeichneten einen kräftigen Anstieg, und mittelgroße Hersteller von Spezialprodukten zeigten wiederum eine starke Performance.

Seit dem ersten Mal überhaupt führt Biogen den Index an. Johnson & Johnson, das in fünf der vergangenen sechs Jahre den Index anführte, zeigte erneut eine starke Performance, wurde aber aufgrund einer herausragenden Performance von Biogen, AbbVie und Gilead überholt.
Der Index beurteilt subjektive Maßstäbe für Innovation und bewertet Unternehmen anhand verschiedener Faktoren, darunter Geschwindigkeit der Markteinführung, Ausfallquote in den jeweiligen Phasen (insbesondere Phase III), Kostenübernahmequote, behördliche Zulassungen, Marktperformance und Einstufung durch Analysten.
Die auffallendste Veränderung bei den F&E-Metriken 2016 gegenüber dem Vorjahr war der Rückgang bei den FDA-Neuzulassungen für Wirkstoffe: 22 in 2016 gegenüber 45 in 2015. Das hängt aber mit den Unternehmen zusammen, die die Zulassungen erhalten: Die Outperformer der vergangenen Jahre, GlaxoSmithKline (GSK), Johnson & Johnson (J&J) und Novartis, konnten 2016 kein einziges neuartiges Medikament zulassen; das Gleiche gilt für Amgen, ­AstraZeneca (AZ), Bayer und Bristol-Myers Squibb.

Große gehen leer aus

Insgesamt gingen sieben der 13 historischen großen Pharmaunternehmen, die 2015 noch 14 Zulassungen erhielten, 2016 leer aus. 14 der 22 Zulassungen gehen auf kleinere und möglicherweise agilere Unternehmen zurück – ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung dieses Sektors. „Der Pharmaceutical Innovation Index zeigt, wer echten Patientennutzen liefert”, sagt Mike Rea, CEO von Idea Pharma.

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