HEALTH ECONOMY
Krebs im Fokus © Roche Austria/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

Experten präsentierten in Wien am Donnerstag Erkenntnisse des Krebskongresses in Chicago (Bild v.l.: Günther Steger, Mona Knotek-Roggenbauer, Michael Gnant, Veronika Mikl, Johannes Pleiner-Duxneuner).

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Experten präsentierten in Wien am Donnerstag Erkenntnisse des Krebskongresses in Chicago (Bild v.l.: Günther Steger, Mona Knotek-Roggenbauer, Michael Gnant, Veronika Mikl, Johannes Pleiner-Duxneuner).

Martin Rümmele 09.06.2017

Krebs im Fokus

Beim Krebskongress in Chicago wurden dieser Tage neue Studien präsentiert. Vor allem Brustkrebs stand im Zentrum.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/CHICAGO. Über 5.400 Frauen erkranken in Österreich jährlich an Brustkrebs. Bei etwa einem Fünftel davon wird HER2-positiver Brustkrebs, eine besonders aggressive Krebsart, diagnostiziert. Als häufigste Krebsart bei Frauen war Brustkrebs eines der Kernthemen beim diesjährigen internationa- len Krebskongress ASCO 2017, der vom 2. bis 6. Juni in Chicago stattfand.

Trotz des großen Fortschritts, den die Behandlung mit Herceptin bis heute ermöglicht hat, sieht sich eine von fünf Patientinnen mit der Rückkehr des aggressiven HER2-positiven Brustkrebses konfrontiert. Hat dieser einmal in andere Körperregionen gestreut, wird er nicht länger als heilbar angesehen. In diesem fortgeschrittenen Stadium reduziert sich die Lebenserwartung der Betroffenen um rund zwei Jahrzehnte. Die Therapieoptionen sind dann meist mit vielen Behandlungsschritten, Eingriffen und Krankenhausaufenthalten verbunden, um den Betroffenen zu helfen, möglichst lang sowie möglichst beschwerdefrei zu leben. Das alles kann das physische und emotionale Befinden sowie auch das Familienleben extrem belasten.
Es sei daher entscheidend, ­Patientinnen so früh wie möglich sehr präzise zu diagnostizieren und gleich von Beginn an möglichst zielgerichtet und effektiv zu behandeln, um ihnen die besten Chancen auf eine Heilung zu bieten. Eine Behandlung im frühen Krankheitsstadium wird auch als „adjuvante Therapie” beschrieben, berichteten Experten am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Wien.

Neue Studien

In Chicago wurden positive Ergebnisse einer „Aphinity-Studie” präsentiert, die den Nutzen einer Perjeta-basierten Therapie (Perjeta in Kombination mit Herceptin und Chemotherapie) bei frühem HER2-positivem Brustkrebs belegen. Obwohl mit Herceptin ein wirksames Mittel zur Verfügung stehe, könne laut den Studienergebnissen mit der Perjeta-basierten Therapie Frauen noch besser geholfen werden. „Gerade im adjuvanten Setting ist jeder Behandlungserfolg relevant”, verdeutlichte Johannes Pleiner-Duxneuner, Medical ­Director bei Roche Austria.

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