HEALTH ECONOMY
Neue Konzepte © Institut Allergosan

Institut Allergosan-Chefin Anita Frauwallner und Forscherin Vanessa Stadlbauer-Köllner sehen Durchbrüche.

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Institut Allergosan-Chefin Anita Frauwallner und Forscherin Vanessa Stadlbauer-Köllner sehen Durchbrüche.

Ina Karin Schriebl 07.10.2016

Neue Konzepte

Immer mehr Menschen leiden unter Erkrankungen der Leber. Ein neues Probiotikum aus Grazer Forschung soll helfen.

••• Von Ina Karin Schriebl

GRAZ/WIEN. Durch eine engagierte Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Universität Graz und dem Kompetenzzentrum für Mikrobiomforschung am Institut Allergosan gelang offenbar ein Durchbruch: Ein Probiotikum erweist sich als Hoffnungsträger für Leberkranke. Bereits 30% der Bevölkerung leiden unter Leberproblemen, und entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass vor allem Alkohol die Leber schädigen würde, nimmt vor allem die Anzahl von Patienten mit nicht-alkoholischer Fett­leber drastisch zu.

Hilfe für Prävention

Mit einem vom Grazer Institut Allergosan entwickelten Probiotikum (Omni-Biotic Hetox) konnte ein Team der Medizinischen Universität Graz rund um Vanessa Stadlbauer-Köllner nun erstmals zeigen, dass winzig kleine Darmbakterien großen Einfluss auf die Leberfunktion nehmen können. In einer Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie wurden 101 Patienten mit Leberzirrhose, die an der Universitätsklinik für Innere Medizin, Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, in Behandlung stehen, eingeschlossen. „In der placebokontrollierten Studie verbesserte sich die Leberfunktion derjenigen, die das Probiotikum einnahmen, wesentlich”, fasst Stadlbauer-Köllner zusammen.

Anita Frauwallner, CEO und Forschungsleiterin des Institut Allergosan: „Die herausragenden Ergebnisse dieser Studie sind richtungsweisend für die moderne Medizin, in der die Mikrobiomforschung bereits eine maßgebliche Rolle spielt, und ein weiterer Meilenstein für unsere intensive Arbeit seit 25 Jahren.” Bisher gab es keine therapeutische Interventionsmöglichkeit, um die Leberfunktion bei Patienten mit Leber­zirrhose zu verbessern. Die Grazer Studie zeigt jedoch eindeutig, dass es mit dem Einsatz spezifisch entwickelter Probiotika erstmals gelingt, eine Verbesserung der Leberfunktion zu erreichen.

Großes Interesse

Das internationale Interesse sei jedenfalls enorm: Die Studiendaten wurden beim größten Kongress für Hepatologie, der renommierten „Liver Week” der American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD), präsentiert und unter 10.000 eingereichten Arbeiten als herausragendes „Poster of Distinction” ausgezeichnet.

Das Grazer Unternehmen ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und punktet auch im OTC-Markt mit verschiedensten Probiotika-Produkten; dabei setzt man einerseits auf konsequente Forschung und Entwicklung und andererseits auf eine enge Zusammenarbeit mit Apotheken.

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