HEALTH ECONOMY
Neuer Auftrag für Grazer Forscher © RCPE/Das Kunztfoto

Die Forscher am Grazer RCPE können sich über weitere Forschungsaufträge aus der Pharmaindustrie freuen.

© RCPE/Das Kunztfoto

Die Forscher am Grazer RCPE können sich über weitere Forschungsaufträge aus der Pharmaindustrie freuen.

Redaktion 06.05.2016

Neuer Auftrag für Grazer Forscher

Die texanische Pharmafirma Evestra investiert weitere 1,4 Mio. Euro am Grazer Kompetenzzentrum RCPE; die dortigen Forscher punkten zunehmend im Pharmabereich.

GRAZ. Das Grazer Research Center Pharmaceutical Engineering (RCPE) ist weiter auf Erfolgskurs und hat nun einen neuen Auftrag an Land gezogen – diesmal für das US-Unternehmen Evestra zur Optimierung von Depotpräparaten für Frauen. Schon vor geraumer Zeit hat die Pharmaindustrie für Frauen, die nicht täglich an die Verhütung denken wollen, Vaginalringe entwickelt, die einmal im Monat eingesetzt werden und Hormone freigeben.

Das texanische Unternehmen hat einen Vaginalring entwickelt und die weitere Forschungs-und Entwicklungsarbeit bereits 2014 mit rund 1,8 Mio. € dotiert. Nun wurden zusätzliche Forschungsleistungen mit einem Projektvolumen von 1,4 Mio. € beauftragt. Im Mittelpunkt stünden die Weiterentwicklung der Vaginalringe zur Empfängnisverhütung, aber auch als Hormonersatztherapie, gegen Inkontinenz und als Kombinationspräparat.

Know-how aufgebaut

In den ersten Jahren der Kooperation habe man bereits einiges an Know-how im Female-Health-Bereich aufbauen können, teilt ­Johannes Khinast, wissenschaftlicher Geschäftsführer am RCPE, mit. Im Fokus stünden nun die Etablierung von Screeningmethoden, simulationsbasierten Vorhersagen zur Wirkstofffreisetzung und der Freisetzungsmethode selbst. Weiters will man die Entwicklung von verfahrenstechnisch optimierten Produktionsprozessen im Bereich der pharmazeutischen Polymerverarbeitung vorantreiben. „Konkret geht es im aktuellen Projekt darum, eine Plattformtechnologie zur Herstellung von vaginalen Darreichungsformen, basierend auf fundamentalen wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, zu etablieren”, fasste Khinast das Vorhaben zusammen.

Aus Sicht des US-Unternehmens sind die Vorteile neuer vaginaler Darreichungsformen vielfältig: Gegenüber Präparaten zur oralen Einnahme könnten Medikamente gezielter, beständiger und über einen längeren Zeitraum wirken. Einnahmefehler könnten ebenso verhindert werden wie der Ausfall der Wirkstoffzufuhr aufgrund von Magen-Darm-Krankheiten. Da die Wirkstoffe direkt in der Vagina abgegeben werden, würden geringere Dosierungen ausreichen.

Wachsender Cluster

Das Grazer RCPE wurde im Jahr 2008 gegründet, steht im Eigentum der TU Graz, der Universität Graz und der Forschungsgesellschaft ­Joanneum Research und beschäftigt laut eigenen Angaben mehr als 100 Mitarbeiter. „Forschungsaufträge wie diese ermöglichen uns, unser Know-how auszubauen und die einzigartige Stellung im Bereich der pharmazeutischen Prozess- und Produktoptimierung weiter zu festigen”, betonte der kaufmännische Geschäftsführer Thomas Klein.

Das RCPE ist auch Mitglied im steirischen Humantechnologie-Cluster. Letzterer ist gerade an einen neuen Standort im Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin (ZWT) im unmittelbaren Nahbereich zur Medizinischen Universität Graz und zum Med Campus Graz übersiedelt, um so noch stärker die Synergien nutzen zu können. „Das ZWT wird immer mehr zum Hotspot der steirischen Humantechnologie”, freut sich Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Die Humantechnologie ist ein wesentliches Stärkefeld der steirischen Wirtschaft: „Die Unternehmen in der Humantechnologie-Branche erzielen mit rund 28.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Umsätze von rund drei Milliarden Euro pro Jahr”, sagt Buchmann.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema