HEALTH ECONOMY
Österreich bemüht sich weiter um EMA-Standort © Bildagentur PantherMediax/bloodua
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Martin Rümmele 05.05.2017

Österreich bemüht sich weiter um EMA-Standort

Die Europäische Arzneimittelagentur sucht nach dem Brexit einen neuen Standort. Österreich hat Chancen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Österreich kämpft nun doch um die Ansiedlung der EU-Arzneimittelbehörde. Bereits seit der Brexitabstimmung der Briten im vergangenen Sommer war klar, dass die wichtige Behörde aus London absiedeln wird. Jetzt könnte die Entscheidung sogar noch im ersten Halbjahr fallen, wohin die EU-Behörde wandert. Nach den Sozialpartnern nach dem Jahreswechsel macht sich nun auch die Bundesregierung für den Standort Wien stark und hat ein Konzept vorgelegt.

„Gute Chancen”

Die Bundesregierung rechnet sich gute Chancen aus, die EMA von London nach Wien zu holen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) haben nun Österreichs Kandidatur und Konzept für die Ansiedlung der EMA präsentiert. „Wir sind an der Europäischen Arzneimittelagentur interessiert und bieten eine exzellente Infrastruktur”, sagte Kern. Österreich eigne sich wegen seiner Drehscheibenfunktion inmitten Europas, seiner guten Infrastruktur und einer starken Life-Science- und Pharmaindustrie besonders gut als Standort für die Arzneimittelagentur, erklärte Wissenschaftsminister Mitterlehner. Dazu kämen internationale Kindergärten und Schulen sowie die hohe Lebensqualität in Wien.

Höhere Prämien

Sowohl Bundeskanzler als auch Vizekanzler betonten ­Österreichs Rolle als Forschungsstandort und wiesen auf die Forschungsprämie hin, die von der Regierung von 12 auf 14% erhöht werden soll. Diese würde schon jetzt zahlreiche internationale Pharmaunternehmen anziehen. Als mögliche EMA-Standorte werden in den Bewerbungsunterlagen der Austria Campus, die Erdberger Lände, die Seestadt oder der Georg-Coch-Platz angeführt. „Wir haben ungefähr zehn Locations in Wien, die prädestiniert sind”, berichtete Mitterlehner. „Der Standort Wien bietet ideale Voraussetzungen für eine Ansiedelung”, sagte auch Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner.

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