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ÖVP-Hilfe folgt auf Kassensanierung © APA/Roland Schlager

Peter McDonald machte sich innerhalb der Sozialversicherung als Querdenken einen Namen.

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Peter McDonald machte sich innerhalb der Sozialversicherung als Querdenken einen Namen.

16.10.2015

ÖVP-Hilfe folgt auf Kassensanierung

Hauptverbandsvorstand Peter McDonald ist neuer ­Generalsekretär der ÖVP. Wer ihm an die Kassenspitze folgt, ist noch offen.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Reinhold Mitterlehner hat bei der Besetzung seiner Parteizentrale auf einen Landsmann zurückgegriffen – auch wenn der Name des neuen ÖVP-Generalsekretärs nicht sofort darauf schließen ließe. Der bisherige Hauptverbandsvorsitzende Peter McDonald hat zwar irische Wurzeln, sein Akzent verheimlicht den Oberösterreicher im Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger aber nicht.

McDonald will in seiner neuen Funktion als Generalsekretär seinen Beitrag dazu leisten, dass die ÖVP wieder um die Meisterschaft mitspielt. Von seiner bisherigen Aufgabe als Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungen wurde er faktisch noch nicht enthoben, hat darum aber bereits angesucht. McDonald möchte von seinem Vorgänger Gernot Blümel auch die Medienagenden übernehmen.

Politischer Sekretär

„Wir sorgen für Bewegung”, verwies Mitterlehner auf das ÖVP-Motto und erklärte damit die personellen Änderungen nach der Wien-Wahl. Die Situation am Wahlabend habe „absolute, unmittelbare Konsequenzen gefordert”, in struktureller und personeller Hinsicht. Blümels Wechsel in die Wiener Partei führte dann auch zu einem neuen Generalsekretär: „Ich bin für rasche und qualitativ gute Erledigungen”, so der Vizekanzler.

Mit der Neubesetzung gebe es auch eine Änderung „in Richtung eines politischen Generalsekretärs”; dies sei in einer Zeit, in der es Orientierungen brauche, notwendig, erklärte Mitterlehner. McDonald habe durch seine Management­fähigkeiten, die Kenntnis der politischen Inhalte und unkonventionelle Ideen überzeugt. Aus Mitterlehners Sicht entspreche er genau den Voraussetzungen, und alle Vorstandsmitglieder teilten diese Meinung.
McDonald erklärte bei seiner gestrigen Vorstellung in der Parteizentrale, er habe sich „mit großer Freude” für die neue Aufgabe entschieden. Für ihn stehen Parteien nicht für eine Farbe, sondern für eine „Richtung, in die man ein Land wie Österreich weiterentwickeln möchte”. Dass ihm der Abschied vom Hauptverband der Sozialversicherungen „ein bisschen leidtut”, räumte er mit Verweis auf die dortige Reformarbeit ein. McDonald zeigte sich aber überzeugt, dass er mit der „Stärkung der ÖVP” eine wichtigere Arbeit leisten könne.
Seine Überzeugung sei, dass man dann Zuspruch in der Politik bekomme, „wenn man nicht nur redet, sondern auch handelt”. Ebenfalls meinte er, dass die Zukunft jenen gehören wird, die nicht auf wöchentliche Umfragen schielen, sondern Parteien, die Wertehaltungen und Ziele konsequent verfolgen sowie sich für Standort und Arbeitsmarktpolitik einsetzen und diese Arbeit vor „Klientelpolitik” stellen.Wer McDonald in seiner Funktion als Hauptverbandsvorsitzender nachfolgt, ist noch offen.

Aufstieg in Sozialversicherung

Karriere-Beginn des gebürtigen Welsers war in der Hochschülerschaft. Während des Studiums der Wirtschaftswissenschaften in Linz vertrat er als Vorsitzender der lokalen ÖH rund 20.000 Studenten. Seine inhaltlichen Schwerpunkte beim Studium waren Strategisches Management, Marketing und Organisation. Mit 30 heuerte er dann beim Wirtschaftsbund an, wo er sich rasch im Bereich der Sozialversicherung – gefördert vom heutigen Zweiten Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf – zum Verhandler aufschwang. Ab 2009 war McDonald Direktor des Wirtschaftsbunds, von 2010 bis 2014 leitete er die Geschicke der SVA der gewerblichen Wirtschaft, wo er durch ein Bonussystem, in dem der Versicherte Gesundheitsziele mit dem Arzt vereinbart und dadurch geringere Selbstbehalte zahlt, auffiel.

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