HEALTH ECONOMY
Partnerschaft für Technologie-Kauf © Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H

KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch (Mitte) kann mit neuer Ausschreibung Kosten sparen und gleichzeitig Qualität verbessern.

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KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch (Mitte) kann mit neuer Ausschreibung Kosten sparen und gleichzeitig Qualität verbessern.

26.02.2016

Partnerschaft für Technologie-Kauf

76 neue Ultraschallgeräte für die Vorarlberger Landes­krankenhäuser: Die KHBG geht österreichweit einen neuen Weg in der Medizintechnik-Beschaffung.

••• Von Ina Karin Schriebl

FELDKIRCH. Die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft (KHBG) beschreitet ab diesem Jahr einen neuen Weg in der Beschaffung von Medizin-Technik: Eine Ausschreibung für Ultraschallgeräte in allen fünf Landeskrankenhäusern verlief unter Miteinbeziehung vieler Anwendervertreter und mündet nun in einer Technologiepartnerschaft: 76 Geräte werden in Form eines Mietmodells über eine Laufzeit von zwölf Jahren angeschafft – in dieser Form und Größenordnung eine erstmalige Vorgehensweise in Österreich. Für Nutzer und Patienten bringt dies viele qualitative und Anwendungs-Vorteile. Die Kosten liegen im einstelligen Millionenbereich, die Kostenersparnis selbst liegt bei 25% gegenüber dem bisherigen Einkauf.

Große Vorteile für alle

„Diese Technologiepartnerschaft bringt sowohl den Anwendern in unseren Häusern als auch den Patienten große Vorteile”, erklärt ­Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger KHBG: Neben der laufenden Aktualisierung der Geräte, damit diese immer am neuesten Stand sind, hätten besondere Serviceleistungen des Anbieters wie etwa ein Ultraschall-Sonden-Pool auf Vorrat für alle Landeskrankenhäuser ausverhandelt werden können. „Durch die Vereinheitlichung der Gerätschaft in allen Landeskrankenhäusern ergibt sich eine enorme Qualitätssteigerung und gleichzeitig eine Vereinfachung in den Anwendungen – an jedem Platz stehen dieselben Geräte für die Patientendiagnostik”, erläutert Fleisch. Die Geräte würden nach einem durch den Anbieter selbst verkürzten Lebenszyklus zwei Mal innerhalb der zwölf Jahre ausgetauscht. „Damit bleiben wir immer auf dem neuesten Stand der Technik mit gleichem Qualitätsangebot an allen Standorten”, freut sich der Geschäftsführer. „Durch dieses Mietmodell haben wir Kosteneinsparungen und das noch mit einem wesentlich höheren Leistungsspektrum.” Die Kostenersparnis sei im Sinne des Steuerzahlers enorm – und das bei einer Steigerung der Angebotsqualität für Patienten und Anwendungsverbesserungen für die Ärzte.

Recht lange Vorlaufzeit

Mehr als ein Jahr dauerte die Planung des Verhandlungsverfahrens. Erst galt es, die Ausschreibung unter Miteinbeziehung von Vertragsrechtlern zu verfassen. Dem folgte ein aufwendiger Bieterprozess im Anschluss mit Möglichkeiten für Ärzte aus allen Landeskrankenhäusern, die verschiedenen Produkte der Anbieter für die entsprechenden Untersuchungen zu testen und die Vorteile des jeweiligen Geräts auszuloten. Diese Paralleldemonstrationen (alle Bieter stellten ihre Geräte vor) wurden insgesamt zwei Mal durchgeführt. Schlussendlich blieb nach verschiedenen Auswahlkriterien von drei Anbietern einer als Bestbieter übrig, nämlich GE Healthcare.

Mit 8. Februar begann der sukzessive Austausch der bisherigen Geräte in den Landeskrankenhäusern mit den neuen Sonografie-­Geräten. Das erste wurde von der europaweiten GE-Geschäftsführung persönlich an die LKH übergeben. „Die Technologiepartnerschaft mit der Vorarlberger KHBG ist für uns eine sehr besondere Partnerschaft”, erklärte Dietmar Seifriedsberger, Geschäftsführer GE Healthcare Austria. „Insbesondere weil diese Form der Partnerschaft in Österreichs Medizintechnik-Beschaffung bisher einmalig ist, freuen wir uns sehr, unseren neuen Partner künftig mit unserem innovativen Ultraschallportfolio, kompetenten Servicelösungen und einem weitreichenden Schulungskonzept ausstatten zu dürfen.”

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