HEALTH ECONOMY
Rekordumsätze für Logistiker Knapp © Knapp

Das Unternehmen Knapp investiert in Graz und erwartet Plus im Pharmabereich.

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Das Unternehmen Knapp investiert in Graz und erwartet Plus im Pharmabereich.

ulli moschen 15.07.2016

Rekordumsätze für Logistiker Knapp

Die Brexit-Entscheidung der Engländer bescherte dem stei­rischen Logistiker schon jetzt einen Umsatzverlust von 50 Mio. €. In Asien und den USA erwartet man aber Zuwächse.

••• Von Ulli Moschen

GRAZ. Der steirische Logistiker Knapp ist in den vergangenen Jahren Rekordumsätze gewohnt. Der Nettoumsatz stieg 2015/2016 nach 466,3 Mio. € im Vorjahr um rund 25% auf 582 Mio. €. Nach Abzug der Steuern bleiben dem Unternehmen 22,5 Mio. €. Durch das Wachstum stieg auch die Zahl der Mitarbeiter: In Graz wurden im vergangenen Jahr rund 150 neue Jobs vergeben. Insgesamt beschäftigt der Konzern mehr als 3.000 Mitarbeiter, davon 2.000 in Österreich.

„Bittere Pille”

Den Brexit bezeichnet Vorstand Gerald Hofer als „bittere Pille” für das Unternehmen. „Das Wahlergebnis aus Großbritannien hat bei uns über Nacht 50 Millionen Euro Umsatz vernichtet.” Manche schon fertig projektierte Aufträge seien storniert worden, andere wiederum verzögern sich um zumindest ein Jahr. Aber auch wenn sich die Rahmenbedingungen durch den Brexit verschlechtert haben, zeigt sich der Vorstand optimistisch für die Zukunft. Als Ziel für das anlaufende Geschäftsjahr gibt er immerhin an, das Rekordjahr wiederholen und konsolidieren zu wollen. Ein langsameres Wachstum könnte dem Unternehmen auch guttun.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden Aufträge mit einem Gesamtvolumen von rund 650 Mio. € unterschrieben – ein neuer Unternehmensrekord. Besonders erfreut ist man über den Auftrag, das neue Getriebewerk von Pankl Racing in Kapfenberg auszustatten.
Großbritannien ist nach Deutschland der zweitwichtigste Markt für die Knapp AG aus Hart bei Graz. Das Unternehmen will sich zukünftig auf Kontinental­europa, USA und Asien konzentrieren; von Interesse sind auch Argentinien und Chile.
Der Logistiker will im neuen Geschäftsjahr 30 Mio. € in Forschung und Entwicklung investieren, weitere 25 Mio. € sollen in Gebäude und Infrastruktur fließen. Die stärksten Wachstumsraten verzeichnet Knapp im Fashion-Bereich, auch der Pharma-Bereich floriert. „Die beiden Bereiche wachsen aber immer weiter zusammen”, sagt Hofer.

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