HEALTH ECONOMY
Softwarehersteller: „Rasche Lösungen” © APA/Helmut Fohringer

E-Health Softwarehersteller wünschen sich in allen Parteien eigene Experten für das Zukunftsthema E-Health.

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E-Health Softwarehersteller wünschen sich in allen Parteien eigene Experten für das Zukunftsthema E-Health.

Ina Karin Schriebl 22.09.2017

Softwarehersteller: „Rasche Lösungen”

Wahlserie: Die Hersteller von Medizinsoftware pochen auf eine zügige Umsetzung der E-Health-Strategie.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. Die Hersteller von Medizinsoftware und E-Health-­Lösungen gehören zu jenen, die das Gesundheitswesen aktuell am stärksten verändern. Dennoch wird die Branche als Wirtschaftsfaktor noch kaum wahrgenommen. Eduard Schebesta von der HCS Health Communication Service GmbH ist Branchensprecher und wünscht sich von den wahlwerbenden Parteien und der künftigen Regierung die Umsetzung der bereits eingeleiteten E-Health-Projekte entsprechend der Zielsteuerungsverträge und „die proaktive Weiterentwicklung von e-Health unter Einbindung aller Stakeholder”.

Eigene Referenten pro Partei

Schebesta schlägt im medianet-Interview vor, dass es pro Partei einen E-Health-Referenten gibt, und möchte dessen Einbindung auf Arbeitsebene der Projekte der Zielsteuerungsverträge. Von der künftigen Regierung wünscht sich der Medizinsoftwarehersteller zudem die Schaffung einer Finanzierungsstruktur für die Umsetzung und den Betrieb von bundesweiten E-Health-Anwendungen speziell für den extramuralen Bereich sowie die Zweckbindung eines Prozentsatzes der SV-Beiträge für E-Health.

Das Gesundheitsministerium arbeitet offenbar bereits eifrig daran: Bis Mitte 2019 soll die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) samt E-Medikation flächendeckend auch im niedergelassenen Bereich im Einsatz sein. Dies sieht der Rollout-Plan vor, den Ministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) nun in Begutachtung geschickt hat. Die Spitäler – mehr als 150 Einrichtungen – arbeiten schon österreichweit mit ELGA, bei drei Millionen Patienten wurde der E-Befund bereits verwendet.
Zu den bereits vorhandenen ELGA-Dokumenten (Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologiebefunde) kommt die elektronische Medikationsliste dazu. Großen Nutzen verspricht sich die Ministerin von der E-Medikation: Besonders chronisch kranke oder ältere Menschen bekämen oft mehrere Medikamente von verschiedenen Ärzten verschrieben. Die niedergelassenen Ärzte, die Apotheken und Ambulatorien werden bei der Einbindung von ELGA in die eigene Software unterstützt. Das Ministerium stellt als Anschubfinanzierung mehr als 10 Mio. € zur Verfügung.
Als wichtigen Meilenstein bezeichnete Alexander Biach, Verbandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, den Verordnungsentwurf: „Endlich ist der Verordnungsentwurf da, der flächendeckend wichtige ­E-Health-Anwendungen bringen wird. Die Sozialversicherung hat sehr lange dafür gearbeitet, weil wir wissen, welchen gewaltigen Entwicklungssprung unser Gesundheitssystem damit in Richtung Patientensicherheit und Komfort machen kann”, freut sich Biach.

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