HEALTH ECONOMY
Spitalsapotheker tagen © Schauer

Österreich liegt bei der Versorgung mit Krankenhausapothekern international schlecht.

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Österreich liegt bei der Versorgung mit Krankenhausapothekern international schlecht.

Redaktion 18.03.2016

Spitalsapotheker tagen

Europas Krankenhausapotheker treffen sich am Wochenende in Wien. Dabei geht es um Beratung von Ärzten und Einkauf.

WIEN. Nur 17% aller Krankenhäuser in Österreich haben eine eigene Apotheke. Insgesamt gibt es 352 Krankenhausapotheker. Mit 0,6 Krankenhausapothekern pro 100 Patienten liegt Österreich europaweit auf dem siebentletzten Platz. Am Wochenende diskutieren nicht zuletzt darüber 3.500 Mitglieder der European Association of Hospital Pharmacists (EAHP) im Austria Center Vienna.

„Wir wollen, dass in Zukunft jeder Patient von den Serviceleistungen einer Spitalsapotheke während seiner Behandlung im Krankenhaus profitieren kann. Wir sorgen dafür, dass lebenswichtige Medikamente im Krankenhaus verfügbar sind, stellen selbst Medikamente her und beraten und informieren zu den vielen Arzneimitteln, zur richtigen Einnahme und zu Neben- und Wechselwirkungen”, sagt Gunar Stemer, Leiter der Abteilung Arzneimittelinformation und Klinische Pharmazie am AKH und Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Krankenhausapotheker und Mitglied des Scientific Commitee der European Association of Hospital Pharmacists.

Beratung vor Ort

Im Optimalfall sind Krankenhausapotheker als klinische Pharmazeuten meist vor Ort auf den Stationen; hier kümmern sie sich auch um eine umfassende Information der Patienten über ihre Medikamente. „Dadurch schlägt die Therapie oft besser an, weil die Patienten ihre Medikation besser kennen. Dies führt dazu, dass sie ihre Arzneimittel auch richtig und regelmäßig einnehmen. Und nur so wirken diese”, betont Stemer.

Im AKH Wien begleiten etwa klinische Pharmazeuten seit mehr als einem Jahr Stationen der Herzchirurgie, Kieferchirurgie und Unfallchirurgie. Vor allem die Abschlussgespräche kurz vor der Entlassung seien wichtig. Hierbei konnten gezielt Fragestellungen und Missverständnisse der Patienten geklärt und bei komplexerer Medikation spezielle Einschulungen vorgenommen und praktische Umsetzungstipps für den Alltag gegeben werden. Die Ergebnisse des Pionierprojekts können sich sehen lassen: Von rund 3.800 Vorschlägen zu Therapieverbesserungen im stationären Bereich wurden 85% umgesetzt. (red)

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