HEALTH ECONOMY
Stöger vor Karrieresprung © Christian Herzenberger

Alois Stöger könnte heute, Freitag, Sozialminister Rudolf Hundstorfer nachfolgen.

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Alois Stöger könnte heute, Freitag, Sozialminister Rudolf Hundstorfer nachfolgen.

15.01.2016

Stöger vor Karrieresprung

Keiner seiner Vorgänger war länger Gesundheitsminister als er, nun soll Infrastrukturminister Stöger ins Sozialressort wechseln.

WIEN. Alois Stöger dürfte das ihm von vielen Medien angedichtete Image des ewigen Ablösekandidaten los sein. Denn nach dem Gesundheits- und dem Infrastrukturressort wird dem Gewerkschafter nun wohl das für die SPÖ wichtigste Ministerium überantwortet, jenes für Soziales und Arbeit, sollte Rudolf Hundstorfer für die SPÖ als Bundespräsident kandidieren.

Stöger gehört sicher zu den unscheinbarsten Ressortchefs der vergangenen Jahre. Dennoch gelang es dem gelernten Dreher und Werkzeugmacher, zum längstgedienten Gesundheitsminister der Zweiten Repubik zu werden – mit einer positiven Bilanz: Neben der Gesundheitsreform konnte er die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte sowie der Gratis-Zahnspange auf seine Fahnen heften. Eine Regierungsumbildung später stand Stöger 2014 plötzlich dem Infrastruktur-Ressort vor.

Gewerkschaftskarriere

Er gilt als loyal und als konsequenter Arbeiter. Das ist laut Beobachtern auch dafür hauptverantwortlich, dass sich der aus eher bescheidenen Verhältnissen stammende 55-Jährige über Gewerkschaft und Gebietskrankenkasse bis hinauf in hohe Regierungsämter gearbeitet hat. Der Sohn eines Totengräbers aus Allerheiligen heuerte als Teenager bei der Voest an, wo er auch seine Lehre abschloss. Rasch reizte ihn die Aufgabe des Arbeitnehmer-Vertreters. Stufe um Stufe ging es in der Gewerkschaftshierarchie aufwärts. Fast 20 Jahre lang war der Mühlviertler Bezirkssekretär der Metallergewerkschaft in Linz. Nebenbei engagierte er sich in der Oberösterreichischen Unfallversicherung (AUVA) sowie in der Versicherungsanstalt des Österreichischen Bergbaus und dann in der Oö GKK.

Mit Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der von der ÖVP gewünschten Pensionsreform, der Absicherung der Pflegefinanzierung und Neuaufstellung der Mindest­sicherung kommt auf Stöger in den kommenden Monaten viel Arbeit zu. Allerdings hat der ehemalige Gesundheitsminister so auch Möglichkeit, sein Steckenpferd weiter zu verfolgen: die soziale Verbesserung von Rahmenbedingungen, um so den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern. (rüm)

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