HEALTH ECONOMY
Streit um Klinikprojekte © APA/Architekturbüro Wimmer

Das Krankenhaus Wien Nord sorgt weiter für politische Diskussionen.

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Das Krankenhaus Wien Nord sorgt weiter für politische Diskussionen.

Redaktion 25.03.2016

Streit um Klinikprojekte

Nach Jahren der Diskussion soll es in der Steiermark doch zu einer Reduktion der Klinikstandorte kommen.

GRAZ/EISENSTADT/WIEN. In Wien, der Steiermark und dem Burgenland wird aktuell heftig über Krankenhausprojekte diskutiert. Die ÖVP Burgenland will etwa im Zusammenhang mit dem Neubau des Krankenhauses Oberwart den Landes-Rechnungshof einschalten. Sowohl die Sanierung des Altbaus als auch die Planung des Neubaus sollten geprüft werden.

Die SPÖ versenke mit dem Krankenhaus-Projekt „zahlreiche Millionen Euro”, so der Vorwurf der ÖVP. Der Neubau werde mit 158 Mio. € kalkuliert, nachdem ursprünglich von 80 Mio. € ausgegangen worden sei. Es gebe immer noch keinen Generalplaner. Von Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner (ÖVP) kam zudem Kritik, dass es „keine durchdachte Verkehrsstrategie” am Areal des Spitals gebe; die Verkehrsanbindung für das neue Krankenhaus sei nicht geregelt.
In Wien ortet ebenfalls die ÖVP beim Bauprojekt Krankenhaus Nord Kostenüberschreitungen und spricht von einer Verschwendung von Steuergeld. Demnach koste umgerechnet auf die Investition ein Bett im Krankenhaus Nord 1,4 Mio. € – und damit dreimal so viel wie vergleichbare Krankenhausbetten in Deutschland oder aber auch in Österreich. Die Stadt weist den Vergleich als unpassend ­zurück.

Kürzungen im Süden

In der Steiermark wiederum steht Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) unter Beschuss. Die Opposition fordert Klarheit im Hinblick auf die Spitalsreform des Landes. Auf eine entsprechende Anfrage antwortete Drexler kurz und bündig, nämlich ob es im Zuge der „Reform 2035” zu einer merkbaren Reduktion der Spitalsstandorte kommen werde. „Schlicht: ja”, antwortete der Landesrat. Die Struktur der Spitalslandschaft sei rund 100 Jahre alt. Er wolle gemeinsame Wege mit allen Beteiligten gehen, sagte Drexler. Um ein neues hochtechnisches Gerät im LKH Leoben hätte man vor 50 Jahre ein halbes Spital gebaut.

Die Grüne Gesundheitssprecherin Sandra Krautwaschl vermisst vor allem einen Blick in die Zukunft: „Was wird wirklich vor Ort passieren? Denn die bestmögliche Versorgung macht nicht nur die Spitalsversorgung aus.” (APA/red)

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