HEALTH ECONOMY
Streit um Therapie © Kästenbauer/Ettl

Hauptverband und das Land Niederösterreich sind sich noch nicht einig über eine direkte Kostenübernahme.

© Kästenbauer/Ettl

Hauptverband und das Land Niederösterreich sind sich noch nicht einig über eine direkte Kostenübernahme.

Ina Karin Schriebl 24.03.2017

Streit um Therapie

Das neue Krebsforschungszentrum MedAustron kämpft ­weiter um einen Direktvertrag mit dem Hauptverband.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIENER NEUSTADT. Für die niederösterreichischen Grünen ist es ein Schildbürgerstreich: Noch immer gebe es keine Einigung zwischen dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger und dem Krebstherapiezentrum MedAustron über eine direkte Kostenübernahme der Krebsbehandlungen, die in Wiener Neustadt durchgeführt werden.

Streit um Kosten

„Bund, Land und Stadt haben sehr viel Steuergeld in das Projekt investiert. Der Landtag hat es beschlossen und ging stets davon aus, dass die Strahlentherapie auch bei den Patienten ankommt. Der Bund hat im Gesetz dafür gesorgt, dass die Kosten übernommen werden können. Und das muss endlich umgesetzt werden. Der Hauptverband muss für alle Patienten endlich zahlen”, sagt Helga Krismer, Landessprecherin der Nö-Grünen.

Die Faszination des Krebsforschungszentrums MedAustron bestehe zum einen darin, dass hier eine Hoffnung im Kampf gegen den Krebs ermöglicht werde, und zum anderen darin, dass man damit auch in der Forschung international aufzeigen könne, sagte Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll diese Woche bei der Zehnjahresfeier. Im Jahr 2007 und damit vor genau zehn Jahren wurde die „EBG MedAustron” gegründet, im selben Jahr wurde ein Kooperationsvertrag mit dem CERN abgeschlossen. Vor wenigen Wochen, im Dezember des Vorjahres, wurde dann, wie berichtet, mit den ersten Patientenbehandlungen begonnen. MedAustron sei „ein Zukunfts- und ein Hoffnungsprojekt”, betonte Pröll am Mittwoch.

Therapie umstritten

Ob die Ionentherapie auch langfristig den gewünschten Erfolg bringt, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das könne erst auf längere Sicht beurteilt werden, heißt es bei Med-Austron.

Auch wenn bereits die ersten Behandlungen abgeschlossen sind, konnten sich der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und MedAustron auf keinen Direktverrechnungsvertrag einigen. Umstritten ist die Höhe der Kosten. Deshalb übernimmt, wie gleichfalls berichtet, das Zentrum selbst die Kostenbeteiligungen der Patienten. Die Verhandlungen laufen.

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