HEALTH ECONOMY
Ungesunde Jugend © Wiener Städtische Versicherung

Wiener Städtische-Vorstand Hermann Fried und ASKÖ-Präsident Hermann Krist (v.l.) präsentierten eine neue Sport-Studie.

© Wiener Städtische Versicherung

Wiener Städtische-Vorstand Hermann Fried und ASKÖ-Präsident Hermann Krist (v.l.) präsentierten eine neue Sport-Studie.

Martin Rümmele 23.06.2017

Ungesunde Jugend

Nur etwas mehr als die Hälfte der österreichischen Jugend schätzt sich selbst als gesund ein, zeigt eine neue Studie.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Um die Gesundheit von Österreichs Jugendlichen ist es schlecht bestellt. Ein Viertel der Jugendlichen schätzt sich selbst laut einer Umfrage des Sportverbands ASKÖ und der Wiener Städtischen Versicherung als nicht gesund ein. Am gesündesten fühlen sich die Burgenländer (36%) und Vorarlberger (35%), Schlusslichter bei der Frage nach Gesundheit sind die Tiroler (19%) und die Steirer (17%).

26% übergewichtig

Wie gesund sich Jugendliche fühlen, spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung ihres Gewichts wider: 26% der Jugendlichen ordnen sich selbst als übergewichtig, knapp 60% als normalgewichtig und 14% als untergewichtig ein. Für Wiener Städtische-Vorstandsdirektor Hermann Fried ist das eine dramatische Situation – auch im Hinblick auf die künftigen Herausforderungen für das Gesundheitswesen. Er ortet aber auch positive Ergebnisse: Rund 90% geben an, künftig Sport betreiben zu wollen. Rund drei Viertel der Jugendlichen nennen körperliche Fitness und Gesundheit als Hauptgrund für Sport. 49% sporteln, um abzuschalten beziehungsweise zu entspannen, und 47% betreiben Sport, „weil es Spaß macht”. Interessant sind die Gender-Unterschiede: Mädchen betreiben Sport, um abzuschalten und ihr Gewicht zu reduzieren, während Burschen Sport hauptsächlich als Hobby oder zur Freude machen. Drei Viertel aller Jugendlichen Österreichs sind bis zu drei Mal pro Woche sportlich aktiv.

Interessantes Detail: Mädchen sind motivierter als Jungen. Bei „Noch”-nicht-Sportlern fehlt es großteils an Selbstmotivation und genügend Zeit. Ein bedeutender Anteil der Jugendlichen hat übrigens schlechte Erfahrungen mit Sport in der Schule gemacht, was ihnen die Lust am späteren Sport genommen hat. Für Fried ist das ein Alarmsignal für die Bildungspolitik; er fordert ein Umdenken.

Sport als Ausgleich

Jugendliche haben auch die Ernährung im Blick: Für 45% der Sporttreibenden gehört die passende Ernährung zum Training dazu. „Gesunde Ernährung, zusammen mit Sport, spielt eine immer bedeutendere Rolle. Sport als Ausgleich zur Schule, zur Lehre oder zum Studium ist ein wichtiges Element”, sagt Fried.

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