HEALTH ECONOMY
„Verfälschtes Bild” © PantherMedia/pressmaster

Die PVA sieht bis 2060 nur einen moderaten Anstieg der Pensionsausgaben von 13,9 auf 14,4% des BIP.

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Die PVA sieht bis 2060 nur einen moderaten Anstieg der Pensionsausgaben von 13,9 auf 14,4% des BIP.

Martin Rümmele 29.09.2017

„Verfälschtes Bild”

Die Pensionsversicherungsanstalt schaltet sich in die politische Debatte ein; mit Fakten will sie Mythen entgegentreten.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. „Österreichs Pensions­system verfügt langfristig über eine gesicherte Finanzierung und bietet den Menschen auch im Alter eine nachhaltige Grundsicherung”, meldet sich der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, Obmann Manfred Anderle, zur aktuellen Debatte zu Wort. Eine solche Sicherung sei in anderen europäischen Ländern nicht immer der Fall. Anderle beruft sich auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus Deutschland, die dem österreichischen Pensionssystem ein hervorragendes Zeugnis ausstellt. „Demnach erhalten Pensionisten in Österreich auch künftig abgesicherte Pensionen.”

„Menschen verunsichert”

Die Pensionsversicherungsanstalt ist Österreichs größter Sozialversicherungsträger und betreut rund 3,2 Mio. Versicherte, zahlt über 1,9 Mio. Pensionen aus und verwaltet ein Budget von 35,8 Mrd. € – inklusive der Aufwendungen nach Bundespflegegeldgesetz und Nachtschwerarbeitsgesetz. Sie betreibt 15 stationäre und zwei ambulante Gesundheitseinrichtungen. Die Anzahl der Beschäftigten beläuft sich auf rund 7.000.

„Leider kommt es immer wieder vor, dass die Zahlen aus dem Zusammenhang gerissen werden. Als Folge davon kann in der öffentlichen Wahrnehmung ein verfälschtes Bild über das Niveau der gesetzlichen Pensionen und die Tragfähigkeit des österreichischen Pensionssystems entstehen. Dies schadet dem Ansehen unseres sehr guten Pensionssystems und verunsichert die Menschen”, sagt Anderle. 
Seine Fakten: Die durchschnittliche Alterspension beträgt 1.635 € pro Monat, ab 40 Versicherungsjahren liegt die durchschnittliche Alterspension bei 2.064 € pro Monat. Mehr als 89% der Männer, die in Alterspension gehen, haben mehr als 40 Versicherungsjahre erworben, bei Frauen beträgt dieser Anteil knapp 41%. Die Beitragseinnahmen der PVA beliefen sich auf 28,7 Mrd. €, die Pensionsaufwendungen beliefen sich auf 29,8 Mrd. €. Damit war der reine Pensionsaufwand zu über 96% durch Beiträge gedeckt. Laut EU-Ageing-Report gibt es bis 2060 einen moderaten Anstieg der Gesamtausgaben für sämtliche Pensionen von derzeit 13,9% des BIP auf 14,4%.

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