HEALTH ECONOMY
Versandhandel ist nur Randgeschäft © panthermedia.net/fotoknips

Der Versandhandel von Arzneimitteln entwickelt sich vorerst nur schleppend.

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Der Versandhandel von Arzneimitteln entwickelt sich vorerst nur schleppend.

15.01.2016

Versandhandel ist nur Randgeschäft

Eine aktuelle Online-Befragung des Marktforschungsinstituts IMS Health ergab: wahrscheinlich nur vier bis fünf Prozent Marktanteil für Versandhandel bei rezeptfreien Medikamenten.

••• Von Ina Karin Schriebl

WIEN. Seit Mitte vergangenen Jahres ist auch in Österreich der Versandhandel von rezeptfreien Arzneimitteln (OTC-Produkte) durch Apotheken möglich. Dabei ist in den vergangenen sechs Monaten offenbar das eingetreten, was man in der Apothekerkammer erwartet hatte: Die Sache ist ein Nischengeschäft, von dem nur ein paar Apotheken profitieren. Diese Einschätzung basiert auf einer Online-Befragung von 184 Apotheken durch das Arzneimittel-Markforschungsinstitut IMS Health. Dieses kommt nun zum Schluss: „Der erwartete Boom blieb nach Freigabe des Versandhandels aus.”

Einen durchschlagenden Erfolg hatte man sich in der Österreichischen Apothekerkammer von Anfang an nicht erwartet: „Wir glauben eher, dass das relativ wenige österreichische Apotheken wirklich betreiben werden”, sagte schon zum Start des Online-Handels der Kammerpräsident Max Wellan. Mit der aktuellen Untersuchung scheint sich das nun bestätigt zu haben: Von den mehr als 1.300 Apotheken in Österreich wurden 556 kontaktiert.

Nur 20 Apotheken sind dabei

„Insgesamt betreiben 15 Prozent der befragten Apotheken Fernabsatz, für den Onlineversand haben sich allerdings nur 20 Apotheken angemeldet”, ermittelte IMS. Und weiter: „Der Versandhandelsanteil am gesamten rezeptfreien Apothekengeschäft wird dementsprechend relativ gering eingeschätzt: Mehr als ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass dieser etwa vier bis fünf Prozent ausmacht. Der Durchschnittsumsatz pro Bestellung wird auf 16 Euro bis 45 Euro geschätzt.” 80% der Befragten hielten Vitaminpräparate und Nahrungszusätze für die umsatzstärksten Kategorien. Damit dürfte sich die Situation in Österreich ähnlich entwickeln wie in Deutschland, erklärt IMS Österreich-­Geschäftsführerin Erika Sander. Dort haben sich von 21.000 öffentlichen Apotheken rund 3.000 die Erlaubnis zum Versandhandel geholt, 150 Apotheken betreiben ihn, 30 bis 40 machen damit 90% des Umsatzes.

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