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Anrainer sehen Windparks grundsätzlich positiv © ImWine

Der Blick auf Windräder nimmt den Anrainern meist die Vorurteile.

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Der Blick auf Windräder nimmt den Anrainern meist die Vorurteile.

britta biron 22.05.2015

Anrainer sehen Windparks grundsätzlich positiv

AUmfrage der IG Windkraft Die Akzeptanz der Windenergie wächst in Österreich mit der Zahl der Anlagen

52% der befragten Personen, die bei Windrädern wohnen, stellen Vorteile für die Region fest.

St. Pölten. Seit Inkrafttreten des Ökostromgesetzes im Jahr 2012 wurden österreichweit 365 Windräder mit einer Gesamtleistung von 1.015 MW errichtet. Ende 2014 drehten sich in Österreich bereits 1.016 Windräder mit einer Gesamtleistung von 2.095 MW, und für heuer ist ein weiterer Ausbau um 390 MW geplant.

Mit der Zahl der Windräder steigt auch die Akzeptanz der Bevölkerung für diese saubere Art der Energiegewinnung, wie eine aktuelle Umfrage der IG Windkraft jetzt zeigt.
Österreichweit liegt der Anteil der Befürworter bei 78%. Erfreulich sei, so Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, dass „die Zustimmung zur Windenergie in jenen Regionen besonders hoch ist, in denen Windräder stehen”. So ist die Gruppe der Befürworter in Niederösterreich und dem Burgenland, den beiden Bundesländern mit den meisten Windkraftanlagen, mit 88% überdurchschnittlich hoch.

Vorteile überwiegen

52% der befragten Personen, die bei Windrädern wohnen, stellen Vorteile für die Region durch die Windenergie fest. 62% sehen keine Nachteile, und bei jenen 22% der Befragten, die Nachteile sehen, bezieht sich die Kritik vor allem auf optische Beeinträchtigung des Landschaftsbilds (37%) sowie eventuelle Lärmbelastungen (25%). Belastungen für Umwelt (9%) oder Gesundheit (8%) oder technische Bedenken (3%) werden deutlich seltener angeführt.
Auf die subjektiv wahrgenommene Lebensqualität hat die Windenergie für die Mehrheit (86%) keine Auswirkungen, und mehr als die Hälfte (58%) geht davon aus, dass auch ein weiterer Ausbau daran nichts ändern wird; nur 12% rechnen mit negative Auswirkung. Mit 24% ist allerdings die Gruppe jener, die von einem Ausbau eine Verbesserung ihrer Lebensqualität erwartet, deutlich höher. Sind Windräder von zu Hause aus sichtbar, werden Vorteile für die Region um 10% öfter angegeben. Auch Nachteile für die Region werden in der selben Größenordnung weniger wahrgenommen, wenn Windräder vom Wohnort aus sichtbar sind.
Fragt man nach der Änderung der Lebensqualität bei einem weiteren Windkraftausbau, wird von jenen Menschen, die Windräder von zu Hause aus sehen, mit 36% eine verbesserte Lebensqualität angegeben, 14% mehr als von jenen, die die Windräder nicht sehen.

Unbegründete Sorgen

„Natürlich sind wir bei der Planung von Windparks immer wieder mit Sorgen und Ängsten von zukünftigen Anrainern konfrontiert”, erklärt Andreas Dangl, Vorstandsvorsitzender der WEB Windenergie AG. „Die Studie ist deshalb so aussagekräftig, weil sie sich sehr intensiv mit jenen Menschen beschäftigt hat, die bereits länger in unmittelbarer Nähe von Windparks wohnen.”

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