INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Das Know-how kommt von außen © VDI

Udo Ungeheuer, Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure.

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Udo Ungeheuer, Präsident des Vereins Deutscher Ingenieure.

britta biron 25.03.2016

Das Know-how kommt von außen

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie die Heraus­forderungen der Digitalisierung nicht aus eigener Kraft schultern können und benötigen externe Unterstützung.


HANNOVER. Organisatoren, Aussteller und Besucher stellen der kürzlich zu Ende gegangenen ­CeBit ein gutes Zeugnis aus. „Sie hat die digitale Transformation in einzigartiger Weise erlebbar und anfassbar gestaltet”, so Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG.

Beste Voraussetzungen also für eine rasche Umsetzung der vernetzten Wirtschaft? Studien, die anlässlich der Messe präsentiert wurden, zeigen allerdings ein differenziertes Bild.
Laut einer Umfrage des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) sehen mehr als drei Viertel der befragten Experten die deutschen Unternehmen in Sachen Produktionstechnik gut gerüstet für Industrie 4.0. Bei der Robotik ist noch rund die Hälfte dieser Meinung, bei neuen Geschäftsmodellen sind es allerdings nur rund 15%.
„Genau da müssen wir zulegen, denn dies ist der Schlüssel, um auch in Zukunft Geld zu verdienen”, meint betont VDI-Präsident Udo Ungeheuer.
Gut die Hälfte der Befragten bewertet die derzeitige internationale Wettbewerbsfähigkeit des IT-Standorts Deutschland als durchschnittlich oder gar schlecht; allerdings glauben mit 39% der Befragten deutlich mehr als noch 2012 an eine Verbesserung.

Fachkräfte fehlen bei IT …

Damit einhergehend, erwartet die große Mehrheit (85%) eine steigende Nachfrage nach IT-Fachkräften. Die sind allerdings rar – derzeit stehen 23.300 offenen Stellen nur 8.300 arbeitslose Informatiker gegenüber – bzw. verfügen nicht über das von den Unternehmen benötigte Know-how. Logische Konsequenz: 52% der Befragten geben an, dass IT-Dienstleistungen verstärkt ausgelagert werden.

„Dieser Trend sollte uns zu denken geben”, meint Ungeheuer. ­„Zukünftig werden Dienstleistungs- und Geschäftsmodelle auf der Verfügbarkeit und Nutzung von Daten beruhen. Es wird darauf ankommen, sich hier nicht in die Abhängigkeit von anderen zu begeben, sondern notwendiges Know-how im eigenen Unternehmen zu haben.”

… aber auch im Management

Dieses fehlt, wie eine Studie der Staufen AG zeigt, derzeit aber nicht nur in den IT-Abteilungen, sondern auch in der Führungsebene. Immerhin 77% der Befragten meinen, dass die Manager nicht ausreichend für Industrie 4.0 qualifiziert sind.

Also gibt es auch hier gute Chancen für externe Spezialisten, wie ein Umfrage von A.T. Kearney zeigt, der zufolge sich 90% der Unternehmen in Deutschland professionelle Unterstützung bei ihrer digitalen Transformation wünschen.
Diese will das Beratungsunternehmen jetzt mit der Berlin Technologie Holding (BTH) als neuem Partner bieten.
„Damit wollen wir den Aufbau von digitalen Ökosystemen zwischen Unternehmen und Start-ups rund um vernetzte Produkte und Prozesse sowie digitale Services weiter vorantreiben, denn von ihnen können beide gleichermaßen profitieren”, sagt Sebastian Schömann, Principal für Digital Business bei A.T. Kearney.

Externe Experten helfen

BTH investiert vor allem in B2B-Geschäftsmodelle in Industrie­sektoren, die durch die Digitalisierung einen fundamentalen Wandel erfahren. „Bringt man innovative Wachstumsunternehmen mit etablierten Spielern zusammen und fördert ihren Austausch und ihre Zusammenarbeit, schaffen wir einzigartige Chancen für beide Parteien”, erläutert Joern-Carlos Kuntze, Managing Partner der BTH.

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