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Deutliches Plus bei Logistikflächen © DPD

Der größte Anteil der neuen Logistikflächen entfällt auf die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienstleister.

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Der größte Anteil der neuen Logistikflächen entfällt auf die Branche der Kurier-, Express- und Paketdienstleister.

16.10.2015

Deutliches Plus bei Logistikflächen

Der wichtigste Wachstumstreiber am deutschen Markt für Logistik-Immobilien ist vor allem der boomende eCommerce und hier die Neubauten der KEP-Dienstleister.

••• Von Britta Biron


ERLANGEN/DÜSSELDORF. „Das Geschäftsjahr 2015 war das bislang beste für uns”, freut sich ­Jordan Corynen, Regional Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz beim internationalen Logistikimmobilien-Spezialisten Goodman.

Insgesamt hat das Unternehmen heuer bisher 427.000 m2 neue Logistikflächen zugesagt und Mietverträge für Bestandsimmobilien mit insgesamt 186.000 m2 gezeichnet. „Wir haben bestehende Partnerschaften mit Kunden wie DB Schenker und Kühne + Nagel ausgebaut und sind gleichzeitig neue Kooperationen mit eBay Enterprise, Airbus, WMF, Zufall und vielen anderen eingegangen. Darüber hinaus investieren wir weiterhin in die strategische Sicherung von Top-Grundstücken für zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten.”
Denn der Markt für Logistik­immobilien boomt, wie auch die aktuelle Untersuchung der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS zeigt.
2014 wurden in Deutschland Neubauten mit einer Gesamtfläche von rund 3,4 Mio. m² realisiert und heuer werden etwa genauso viele dazukommen – vorausgesetzt, dass alle für dieses Jahr noch ausstehenden Bauvorhaben planmäßig umgesetzt werden.

Steigende Nachfrage

Wichtigster Treiber bei den Neubauten bleibt weiterhin der boomende Online-Handel; größtes Segment mit einem Anteil von 46% sind dabei die Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP), die hauptsächlich für die Distribution des wachsenden Paketaufkommens zuständig sind und damit den größten Flächenbedarf (42%) haben.

Eines der jüngsten Neubauprojekte kommt vom Paket- und Expressdienstleister DPD, der um 30 Mio. Euro in Nagold bei Stuttgart ein weiteres Paketsortierzentrum – den mittlerweile 77. Standort des Unternehmens in Deutschland – errichtet. Die neue Anlage, die im Jahr 2016 in Betrieb gehen wird, hat eine Tageskapazität von 37.000 Paketen.
Auf die Logistikzentren der großen Internethändler – darunter etwa der Berliner Online-Möbelhändler Home24.de, der kürzlich sein viertes Logistikzentrum in Betrieb genommen hat – entfallen 36% der Flächen.

Ökonomische Faktoren

Die Fraunhofer-Experten rechnen übrigens damit, dass durch die kontinuierliche Ausweitung des Onlinehandels auf neue Branchen künftig rund 600.000 m2 zusätzliche Logistikflächen jährlich benötigt werden.

Und diese sind ein echter Wirtschaftsmotor. So schafft eine durchschnittliche Logistikansiedlung pro Hektar Grundstücksfläche 42 Arbeitsplätze und bringt eine jährliche Wertschöpfung von rund 1,8 Mio. Euro.

Flächen werden knapp

Allerdings werden im Zuge der steigenden Nachfrage die infrage kommenden Flächen knapp, vor allem in den Ballungsräume rund um die Städte Hamburg, Berlin und München. Noch vergleichsweise viel Ausbaupotenzial bieten dagegen die Regionen Niederrhein, Köln und Rhein-Main.

Insgesamt bietet die Fraunhofer-Studie umfassende Detailprofile mit Stärken-Schwächen-Analysen, Verfügbarkeit von Arbeitskräften und Flächen oder einer Prognose der Nachfrageentwicklung für 23 deutschen Logistikregionen und stellt eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Nutzer, Projektentwickler, Makler, Berater, Investore und kommunale Flächenanbieter dar. Die Studie ist ab Ende Oktober beim Fraunhofer Verlag zum Preis von 235 Euro erhältlich.

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