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Die Energie der Industrie © Sabine Klimpt

Energiesparer Martin Wagner (GF Verbund Solutions), Monica Rintersbacher (GF Leitbetriebe Austria), Wolfgang Kunze (Technikchef Salvagnini Maschinenbau, v.l.).

© Sabine Klimpt

Energiesparer Martin Wagner (GF Verbund Solutions), Monica Rintersbacher (GF Leitbetriebe Austria), Wolfgang Kunze (Technikchef Salvagnini Maschinenbau, v.l.).

PAUL CHRISTIAN JEZEK 03.02.2017

Die Energie der Industrie

Die heimische Industrie spielt eine Schlüsselrolle für die Erreichung der in Paris festgelegten Klimaziele des Klimaschutzabkommens 2030.

••• Von Paul Christian Jezek

ENNSDORF. Nur wenn die Optimierungspotenziale in der industriellen Produktion bestmöglich und rasch genutzt werden, bestehe noch die Chance, die ambitionierten Einsparungsziele zu erreichen, waren die Experten bei der Fachveranstaltung „Energiewende in der Industrie” von Leitbetriebe Austria einig.

Wie groß das Optimierungspotenzial im Hinblick auf Energieeffizienz ist, zeigt exemplarisch der Leitbetriebe-Austria-Netzwerkpartner Salvagnini Maschinenbau GmbH, an dessen Produktionsstandort Ennsdorf die Veranstaltung stattgefunden hat.

Enorme Energieeinsparungen

Der weltweit tätige Spezialist für Blechbearbeitungsmaschinen wurde 2016 für seine Energiesparmaßnahmen mit dem klima-aktiv-Preis ausgezeichnet und gilt im Hinblick auf Klimaschutzanstrengungen als absoluter Vorzeigebetrieb.

„Allein durch solche Standortmaßnahmen wie etwa LED-Beleuchtungen, Heizung mit Wärmerückgewinnung oder Schnelllauf-Hallentore konnten wir 230.000 kWh einsparen, aber das Potenzial im eigentlichen Produktionsprozess ist noch um ein Vielfaches größer”, erklärte Standortleiter und Technikchef Wolfgang Kunze.
So konnte Salvagnini beispielsweise in seiner wichtigsten Produktionslinie binnen 17 Jahren den Energieverbrauch um 80% verringern und den Gesamtenergieverbrauch am Standort Ennsdorf in den vergangenen fünf Jahren trotz einer Steigerung der Produktionsmenge um rund 50% gleichzeitig um etwa neun Prozent reduzieren.
Besonders stolz ist Salvagnini aber auf eine Innovation, die eigentlich primär zur Erhöhung der Betriebssicherheit entwickelt wurde. „Wir exportieren sie in zahlreiche Länder mit instabiler Stromversorgung”, sagte Kunze.

Maschinen als Stromspeicher

„Für diese haben wir Maschinen entwickelt, die auch ohne Stromversorgung aus dem Netz weiterarbeiten können. Die Maschine selbst wird damit zum Stromspeicher, und wir arbeiten daran, diese autonome Betriebszeit von derzeit einer Minute deutlich zu verlängern und damit auch die Möglichkeit zu schaffen, die Stromabnahme in Phasen geringer Netzbelastung zu verschieben.”

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