INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Future Industry 4.0 © Austrian Standards/Peter Tuma

Die Fachleute erläuterten, welche neuen internationalen Standards gerade für Smart Manufacturing entwickelt werden.

© Austrian Standards/Peter Tuma

Die Fachleute erläuterten, welche neuen internationalen Standards gerade für Smart Manufacturing entwickelt werden.

Paul Christian Jezek 14.04.2017

Future Industry 4.0

Digitale Standards sind für neue Geschäftsmodelle und für die Vernetzung der Produktion unabdingbar.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. In Kooperation mit der Plattform Industrie 4.0 Österreich lud Austrian Standards zum ersten Fachkongress ­„Zukunftsdialog FutureStandardsNow – Industrie 4.0”. Rund 110 Personen nutzten die Gelegenheit und erfuhren aus erster Hand mehr über die Anwendung der neuen Technologien – und darüber, wie unterschiedliche Standards neue Geschäftsmodelle und die Vernetzung der Produktion erleichtern.

Eines der zentralen Themen war der neue Normungs-Kompass Industrie 4.0, der im Rahmen der Plattform unter aktiver Beteiligung von Austrian Standards entwickelt und beim Zukunftsdialog präsentiert wurde.
Der Kompass zeigt einfach und übersichtlich, welche für Industrie 4.0 relevanten Standards es bereits gibt, in welchen Bereichen welche Standards entwickelt werden und wer dafür in Österreich Ansprechpartner ist.
„Damit Industrie 4.0 gelingt, müssen Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Forschung gemeinsam die richtigen Weichen für die Entwicklung von Standards stellen”, betonte dazu Karl Grün, Director Standards Development bei Austrian Standards.

Wichtig für die „Kleinen”

Dirk Weiler, Head of Standards Policy bei Nokia und Vorstandsvorsitzender des European Telecommunications Standards Insti­tute (ETSI), strich die Bedeutung von Standards für alle heraus, die nicht als Monopolisten punkten können: „Wenn ich einen kleinen Marktanteil habe, ist die Standardisierung wichtig, um erfolgreich sein zu können. Ein Vorteil ist z.B., dass man nicht auf einen Lieferanten angewiesen ist. Für Regierungen ist es wichtig, die Standardisierung zu fördern, damit Einkäufe nicht vom Preisdiktat von Monopolisten abhängig sind.”

Sarah Spiekermann, Leiterin des Instituts für Management Information Systems an der WU Wien, zeigte in ihrem Vortrag mögliche Grenzen der Automation auf: „Es geht darum, zu Beginn eines Projekts menschliche Werte mitzubedenken.” Auch dafür sind Standards in Entwicklung, wobei immer mehr Ethiker miteinbezogen werden. Spiekermann ruft zu mehr Gelassenheit auf, sich nicht von IT-Trends trei-ben zu lassen, sondern Entscheidungen in Ruhe zu überlegen.
In einer Videobotschaft unterstrich Zhang Xiaogang, Präsident der International Organization for Standardization ISO und Präsident Ansteel Group, die Schlüsselrolle, die Standards bei der Umsetzung von Industrie 4.0spielen. Zhang: „Das betonen wir auch in unserer ISO-Vision ‚Industry 4.0/Smart Manufactu­ring'. Standards sind die gemeinsame Sprache, damit unterschiedliche Systeme einander ‚verstehen' und verlässlich und effizient zusammenwirken. (…)
Standards können nur gemeinsam entwickelt werden!”

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