INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Günstig & sauber ist gefragt © Deloitte/APA-Fotoservice/Hinterramskogler

Thomas Irschik (Vorstand Wien Energie), Nina Hampl (Projektleiterin, WU Wien), Gerhard Marterbauer (Deloitte Österreich, v.l.).

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Thomas Irschik (Vorstand Wien Energie), Nina Hampl (Projektleiterin, WU Wien), Gerhard Marterbauer (Deloitte Österreich, v.l.).

15.01.2016

Günstig & sauber ist gefragt

Beim Thema Energie schauen die Österreicher nicht nur auf die Kosten, sondern immer stärker auch auf die ­Umwelt, wie eine gestern präsentierte Studie zeigt.

••• Von Britta Biron

WIEN. Da der Erfolg der Energiewende und die Umstellung auf ein nachhaltiges Energiesystem neben der Technik auch wesentlich von der Akzeptanz der Verbraucher abhängt, haben das Institut für Strategisches Management der Wirtschaftsuniversität Wien, Deloitte Österreich und Wien Energie den Status quo dazu ermittelt.

Die österreichische Bevölkerung assoziiert heute mit dem Begriff Erneuerbare Energien insbesondere Solarenergie. Zwei Drittel der befragten Hauseigentümer geben an, ihre Dachfläche entgeltlich für die Installation einer Photovoltaik­anlage zur Verfügung stellen zu wollen. Die Energieversorger zählen dabei zu den wichtigsten Anlaufstellen bei einer geplanten Installation von erneuerbaren Energietechnologien.

Solar ist Spitzenreiter

Ein Viertel jener, die bereits eine Photovoltaikanlage besitzen, will in Zukunft auch einen Stromspeicher installieren. Dafür ist man auch bereit, im Durchschnitt bis zu zehn Prozent Aufpreis in Kauf zu nehmen.

„Insbesondere der Ausbau der Solarenergie ist aus Sicht der österreichischen Bevölkerung sehr wünschenswert und sollte von privater sowie öffentlicher Seite entsprechend gefördert werden”, so Studienautorin Nina Hampl.
85% der Befragten würden ein Projekt ihrer Wohngemeinde zur Errichtung einer Photovoltaikanlage begrüßen, bei einem ökologischen Kleinwasserkraftwerk würden 76% zustimmen und bei einer Windturbine 69%
Die Akzeptanz dieser drei Energieträger ist in Österreich durchwegs hoch.
Rund die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, in ein Bürger/innenbeteiligungsprojekt zu investieren. Rund 46% würden sich bis zu einer Investitionssumme von 1.000 € an einem derartigen Projekt beteiligen.
„Es gibt großes Potenzial für neue Geschäftsmodelle im Strommarkt. In Wien sind wir mit Bürgerbeteiligungsprojekten besonders erfolgreich. Wir haben innerhalb weniger Jahre 24 solcher Projekte m Großraum Wien realisiert, davon 22 mit Sonnenenergie und zwei mit Windkraft. 6.000 Personen haben sich bisher beteiligt und über 25 Mio. Euro investiert. Das zeigt eindrucksvoll: Die Bevölkerung möchte aktiv an der Nutzung Erneuerbarer Energien mitwirken”, führt Thomas Irschik, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Wien Energie, aus.
Auch Elektromobilität kommt bei Herr und Frau Österreicher gut an. So hat ein Drittel der Befragten bereits über den Kauf eines Elek­troautos nachgedacht.
„Ein Ausbau der Elektromobilität bedingt eine stärkere Vernetzung der wesentlichen Akteure im privaten und öffentlichen Sektor, um die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und die hohen Anschaffungskosten zu senken”, erklärt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Energiewende ist gewünscht

Insgesamt legen die Ergebnisse der Studie den Schluss nahe, die Umstellung auf ein nachhaltiges Energiesystem verstärkt voranzutreiben.

Um das Ziel einer preiswerten, zuverlässigen und klimafreundlichen Energieversorgung zu erreichen, müssen allerdings alle wesentlichen Akteure wie Haushalte, private Unternehmen und öffentliche Institutionen gemeinsam an einem Strang ziehen. Nur so können die Klimaziele von Paris erreicht werden und gleichzeitig der Wirtschaftsstandort Österreich auf nachhaltige Weise wettbewerbs­fähig bleiben”, so Marterbauer abschließend.

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