INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Im Kraftwerksbauch © Verbund

Zurück geht es für den komplett sanierten Rotor der Turbine 1 ins Verbund-Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen.

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Zurück geht es für den komplett sanierten Rotor der Turbine 1 ins Verbund-Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen.

Paul Christian Jezek 17.11.2017

Im Kraftwerksbauch

Schiff ahoi! für den neuen Rotor – Verbund rechnet mit ­einem Konzernergebnis von rund 320 Mio. € für heuer.

••• Von Paul Christian Jezek

WALLSEE-MITTERKIRCHEN. Im Donaukraftwerk Aschach wurde der 218 t schwere Rotor generalüberholt – jetzt wird er per Schiff an seinen angestammten Einsatzort zurückgebracht.

Die Generalüberholung umfasste den Austausch von 92 Polen, Reinigung und Entrostung, mechanische Rissprüfungen, Ersatz der Bolzen sowie den Einbau zweier neuer Lüfterräder. Der 11 m große Ring ist nun frisch renoviert und kann sich künftig wieder voll und ganz der Stromerzeugung aus Wasserkraft widmen.

12 Mio. Kilowattstunden

Um das Herzstück der Stromer­zeu­gung wieder zurückzubrin­gen, wird der Rotor mit dem Portalkran des leistungsstärk­sten Wasserkraftwerks in OÖ (Aschach) aufs Verbund-Schiff gehoben. Dann geht es in einer siebenstündigen Schifffahrt nach Wallsee, wo der Rotor wieder mit zwei Portalkränen des Donaukraftwerks in den Bauch des Kraftwerks eingehoben wird, 10 m tief unter der Donau.

Die Einbautätigkeiten sind Millimeterarbeit und erfordern höchste Konzentration der Mitarbeiter von Verbund und Andritz. Der frische Rotor soll weniger Wartungsaufwand verursachen und wird dank letztem Stand der Technik auch effizienter laufen.
Insgesamt sollen in den kommenden Jahren alle sechs Rotoren des Kraftwerks getauscht werden. Der Effizienzgewinn wird 12 Mio. GWh betragen, das entspricht dem Jahresverbrauch von 3.500 Haushalten.
Jährlich werden im Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen rund 1.342 GWh Strom erzeugt.

EBITDA 2017: 830 Mio. Euro

Apropos Zahlen und Fakten: Die Ergebnisentwicklung für die Quartale 1–3/2017 war insbesondere wegen dem deutlich schwächeren Ergebnis im Segment Netz und der unterdurchschnittlichen Wasserführung rückläufig.

Auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung und eines durchschnittlichen Winddargebots im Quartal 4/2017 erwartet Verbund für das Gesamtjahr jedoch unverändert ein EBITDA von rund 830 Mio. €. Das Konzernergebnis 2017 wird – aufgrund der im Quartal 3/2017 berücksichtigten Einmaleffekte im thermischen Bereich – rund 320 Mio. € betragen.

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