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IT-Kriminalität und Lieferantenausfälle stellen für Unternehmen die größten Risiken dar © www.inverto.com

Philipp Mall, Principal bei Inverto

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Philipp Mall, Principal bei Inverto

Redaktion 26.01.2017

IT-Kriminalität und Lieferantenausfälle stellen für Unternehmen die größten Risiken dar

Unternehmen sehen in IT-Kriminalität ein höheres Risiko als in politischen und wirtschaftlichen Ereignissen wie dem Brexit oder dem Wahlsieg von Donald Trump.

KÖLN. Im Einkauf gilt die meiste Aufmerksamkeit dem Risiko von Lieferantenausfällen. Das ergab die aktuelle Studie zum Risikomanagement im Einkauf der Unternehmensberatung Inverto. Hacker und Cyberkriminelle verursachen allein in Deutschland jährlich einen Schaden in Milliardenhöhe; dies wird von 53% der Befragten als höchstes Risiko für ihr Unternehmen angesehen. Auf den nächsten Plätzen folgen der Brexit (43%) und der Wahlsieg von Donald Trump (38%). Gleichauf liegt jedoch das Thema Lieferantenabhängigkeit aufgrund zunehmender Integration: Für mehr als ein Drittel (38%) stellt dies ein weiteres Risiko dar.

Lieferantenausfälle bereiten dem Einkauf die größten Sorgen
Höchste Priorität hat für 62% der befragten Unternehmen das Risiko von Lieferantenausfällen. Denn aufgrund der weiter zunehmenden Integration von Lieferanten in die eigenen Unternehmensprozesse wiegen Lieferantenausfälle heute schwerer, als noch vor einigen Jahren. Aktuelle Ereignisse wie der Produktionsstopp bei VW aufgrund von Streitigkeiten mit Zulieferern oder die Pleite der Hanjin Reederei bringen das Thema wieder ins Bewusstsein der Managementetagen. Mit einem Anstieg von 24 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr ranken Einkäufer Lieferantenausfallrisiken auf Platz eins; Preisrisiken haben hingegen an Relevanz verloren: Hatten sie letztes Jahr mit 49% noch zweithöchste Priorität, sind sie dieses Jahr nur noch an der vierten Stelle zu finden (36%) vor Compliance- und Nachhaltigkeitsrisiken.
 
Systematisches Risikomanagement
Obwohl sich die meisten Unternehmen mit Risiken konfrontiert sehen, erfasst und bewertet gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (57%) diese systematisch und definiert Gegenmaßnahmen. Diese konzentrieren sich meist auf Standards wie regelmäßige Bewertung von Lieferanten (80%), Abschluss langfristiger Rahmenverträge (61%) und Dual-Sourcing-Strategien (46%). Professionellere Maßnahmen wie Risiko-Früherkennungssysteme (41%), Unterstützungsprogramme für Lieferanten (35%) und Hedging (26%) sind weiterhin wenig verbreitet.

„Unternehmen setzen immer stärker auf eine enge Vernetzung mit ihren Lieferanten, um wettbewerbsfähig zu bleiben, flexibel zu agieren und Innovationen zu fördern. Eine stark vernetzte Supply Chain ist aber anfälliger für Störungen und muss daher durch effizientes Risikomanagement überwacht werden“, sagt Philipp Mall, Principal bei Inverto und Verantwortlicher für die Studie. Geschieht dies, lassen sich Versorgungsprobleme vermeiden sowie Preis- und Qualitätsrisiken minimieren, wie 60% der befragten Unternehmen bestätigen.

Insgesamt nahmen 47 Industrieunternehmen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich an der Studie teil; die Umfrageteilnehmer setzen sich aus Unternehmen verschiedener Branchen und Umsatzgrößen zusammen, die Spanne reicht von 100 Mio. € bis über 10 Mrd. € Umsatz. (red)

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