INDUSTRIAL TECHNOLOGY
„Neue Technologien sind größte Chance für Industrie” © bmvit/Johannes Zinner

v.li: Innovationsminister Gerald Klug, Hannes Androsch (Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung) und Anton Plimon (Managing Director des AIT).

© bmvit/Johannes Zinner

v.li: Innovationsminister Gerald Klug, Hannes Androsch (Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung) und Anton Plimon (Managing Director des AIT).

britta biron 15.04.2016

„Neue Technologien sind größte Chance für Industrie”

Neues Förderkonzept von BMVIT, AIT und FFG soll die Chancen ­heimischer Unternehmen auf den Weltmärkten weiter verbessern.

WIEN. Vom großen Ziel, unter die globalen Innovations-Leader und Top-Industriestandorte aufzusteigen, ist Österreich trotz diverser Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren gesetzt wurden, und einer Vielzahl von Unternehmen, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stark auf F&E setzen (mit einer F&E-Quote von 3% liege Österreich deutlich über dem EU-Schnitt), nach wie vor ein gutes Stück entfernt.

Im Gegenteil: In so gut wie allen internationalen Wettbewerbs-Rankings ist die Alpenrepublik zurückgefallen.

Dringender Aufholbedarf

Schuld daran sind, wie die Unternehmensberatung Deloitte vor Kurzem in einer Studie ermittelt hat, verschiedene Faktoren, darunter hohe Steuern und Abgaben, zu viel Bürokratie, fehlende Fachkräfte, Finanzierungsprobleme für KMU und Start-ups und eine im Vergleich zu anderen Industrienationen noch unzureichende IKT-Infrastruktur.

„Im niedrigen und mittleren Technologiebereich sind wir hervorragend aufgestellt. Österreich hat aber auch das Potenzial, sich im Hightech-Segment erfolgreich zu positionieren”, ist Infrastrukturminister Gerald Klug überzeugt und will diesen Bereich entsprechend stärken. Gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG und dem AIT (Austrian Institute of Technology) soll ein Hightech-Förderkonzept erarbeiten werden; im Fokus stehen Infrastrukturinvestitionen in Höhe von 25 Mrd. € in Schiene, Straße und Breitband.
„Das ist ein Standortfaktor, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann”, erklärt Klug.

Erfolgsfaktor Innovation

Große Zustimmung zu dem Vorhaben kommt aus der Industriellenvereinigung (IV).

Generalsektretär Christoph Neumayer: „Wir können als Indus­trieland am Weltmarkt nur über Innovation punkten. Ob Industrie 4.0, Breitband oder Forschungsförderung – man darf hier keinesfalls auch nur in einem Bereich den Anschluss an den Weltmarkt verpassen. Mit Billiglohnländern wollen und können wir nicht konkurrieren – aber auch gegenüber dem europäischen Mitbewerb haben wir, aufgrund der extrem hohen Abgaben- und Steuerlast sowie der überbordenden Bürokratie, zunehmend Schwierigkeiten.”

Wirtschaft & Forschung

„Es ist wichtig, die industrielle ­Basis zu erhalten, zu sichern, zu stärken und zu erweitern”, sagt Hannes Androsch, Vorsitzender des Rats für Forschung und Technologie­entwicklung (RFTE).

Neben einer modernen Infrastruktur sieht er vor allem die Förderung der industriellen Investitionen mit Schwerpunkt Industrie 4.0 als einen wesentlichen Faktor.
Und in diesem Bereich kann man Österreich wirklich nicht Taten­losigkeit vorwerfen. Ganz im Gegenteil wurden die Maßnahmen kontinuierlich ausgebaut. Im letzten Jahr wurden über die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) insgesamt 465 Mio. € für neue und laufende Projekte ausbezahlt und rund 2.800 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 473 Mio. € neu bewilligt. Im Fokus stehen dabei vor allem Industrie 4.0, IKT, und Energie & Umwelt
„Gemeinsam mit unseren Auftraggebern verfolgen wir eine konsequente Interventionslogik und haben besondere Impulse gesetzt. Dazu zählen die Stiftungsprofessuren, die erste Industrie 4.0-­Pilotfabrik, die letztes Jahr eröffnet wurde, und unsere intensiven Internationalisierungsaktivi­täten. Diese Initiativen werden 2016 noch weiter verstärkt und ausgebaut”, so die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.
So wird heuer etwa ein eigenes, mit 13 Mio. € dotiertes Förderprogramm für gemeinsam genutzte Forschungsinfrastrukturen starten.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema