INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Normative Kraft am Bau © Austrian Standards/Peter Tuma

Gruppenbild mit Damen Die Initiatoren des Dialogforum Bau Österreich und Vortragende der Konferenz am 16. Mai 2017.

© Austrian Standards/Peter Tuma

Gruppenbild mit Damen Die Initiatoren des Dialogforum Bau Österreich und Vortragende der Konferenz am 16. Mai 2017.

Paul Christian Jezek 26.05.2017

Normative Kraft am Bau

Beim Dialogforum Bau Österreich wurde diskutiert, wie sich die erarbeiteten ­Lösungsansätze mit Gesetzgebung und Verwaltung umsetzen lassen.

••• Von Paul Christian Jezek

WIEN. Für einfache und klare Bauregeln braucht es ein konstruktives Zusammenspiel (auch) mit Landes- und Bundespolitik.

Es gibt zu viele Vorschriften in unterschiedlichen Regelwerken, die sich überschneiden, einander widersprechen, Bauprojekte hemmen und eklatant verteuern: Die vielschichtige Kritik an Bauregeln im Allgemeinen und an Baunormen im Besonderen war Auslöser für Austrian Standards, in Zusammenarbeit mit der Bundesinnung Bau vor eineinhalb Jahren das Projekt „Dialogforum Bau Österreich – gemeinsam für klare und einfache Bauregeln” ins Leben zu rufen.

Komplett komplex

Jetzt liegen erstmals umfangreiche Analysen der Ist-Situation sowie konkrete Forderungen vor. „Bisher fehlte eine Gesamtschau der komplexen Problematik, die durch das Aufeinandertreffen von Gesetzen, Richtlinien, Verordnungen und ÖNORMEN und anderen freiwilligen Normen entsteht”, beschreibt Austrian-Standards-Präsident Walter Barfuß die Beweggründe.

„Durch die Einbindung zahlreicher Praktiker aus unterschiedlichsten Fachrichtungen ist es gelungen, einen umfassenden Überblick über die Problematik zu schaffen und Lösungsansätze zu erarbeiten”, konzediert Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel.
Beteiligt haben sich Bund, Länder, Städte und Gemeinden, Bauprodukteerzeuger und Bauunternehmen, Innungen, Fachverbände und Gewerkschaft, Wohnbauträger, Immobilientreuhänder und Infrastrukturunternehmen, Sachverständige, Architekten und Ingenieurkonsulenten, Universitäten und andere Regelsetzer, z.B. OIB, DIN und OVE. 53 konkrete Änderungs­empfehlungen für rein österreichische Bau-Standards (ÖNORMEN) wurden bereits an die zuständigen Komitees bei Austrian Standards weitergeleitet und sind schon in Bearbeitung.
Zudem wird die Geschäftsordnung von Austrian Standards in einem offenen Prozess überarbeitet, wobei Anregungen aus dem Dialogforum Bau umgesetzt werden. Karl Grün, Director Development bei Austrian Standards: „Es werden künftig z.B. Stellungnahmen, die zu ÖNORM-Entwürfen eingebracht werden, öffentlich einsehbar sein.” Der Entwurf kann noch bis zum 16.7. online kommentiert werden.
www.dialogforumbau.at

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