INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Smart Logistics © Knapp

Große Industrieunternehmen haben sich als potenzielle Auftraggeber in Richtung Supply Chain-Management weiterentwickelt.

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Große Industrieunternehmen haben sich als potenzielle Auftraggeber in Richtung Supply Chain-Management weiterentwickelt.

Paul Christian Jezek 16.12.2016

Smart Logistics

Supply Chain-Firmen weisen einen deutlich höheren IKT-­Nutzungsgrad auf als „reine” Transport- oder Lagerlogistiker.

••• Von Paul Christian Jezek

LINZ. „Nur zwölf Prozent der Firmen betreiben durchgehendes Supply Chain Management”, bemängelt Veit Kohnhauser von der FH Salzburg in seiner aktuellen „Smart Logistics”-Untersuchung. „Die Anwendungen von unternehmensübergreifenden systematischen Risikoanalysen und Netzwerkanalyse sind allerdings kaum verbreitet”, kritisiert er. „Die meisten Studienteilnehmer sind mit ihren Partnern nicht ausreichend digital vernetzt.”

Neue innovative Systeme und Technologien werden nur in geringem Umfang genutzt: Die Studie Smart Logistics hat gezeigt, dass nur 24% der befragten Unternehmen über einen hohen Nutzungsgrad an Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) verfügen. Weite Verbreitung finden klassische Warehouse-Management- (75%) und ERP-Systeme (74%). Zur Identifikation dient in den meisten Unternehmen nach wie vor der Barcode (91%). Systeme wie AdvancedPlanning Systems für SCM (37%), Supplier-Relationship-Management (32%), Cloud-Computing (32%) oder Technologien wie RFID (21%) werden deutlich weniger genutzt. Innovative Technologien wie der Einsatz von Optical Character Recognition (6%), cyber-physical systems (2%) oder biometrische Verfahren (1%) sind dagegen so gut wie gar nicht vorhanden.
„Wer die digitale Transformation nicht mitmacht, wird in Zukunft an Attraktivität als Netzwerkpartner verlieren”, warnt Kohnhauser. „Vor allem kleine und mittlere Logistikdienstleister werden in einer vernetzten Datenwelt zunehmend vom Markt verdrängt werden.”

Steigender Kostendruck

Diese Unternehmen stehen vor der Hausforderung des steigenden Kostendrucks und müssen nun zusätzliche Investitionen in IKT-Systeme durchführen, um die geforderte Datenqualität für ihre Netzwerkpartner zur Verfügung stellen zu können. Gleichzeitig haben sich v.a. die großen Industrieunternehmen als potenzielle Auftraggeber in Richtung Supply Chain-Management weiterentwickelt und fordern zunehmend eine lückenlose Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette. Kohnhauser: „Wer hier nicht mithalten kann, läuft Gefahr, Geschäftsanteile zu verlieren!”

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