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„Unser Vorbild ist Deutschland” © Raphaela Kravtschenko/ZV

ZEV-Geschäftsführer Oliver Wagner und ZEV-Präsident Wolfram Senger-Weiss wollen Logistikpotenzial Österreichs stärken.

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ZEV-Geschäftsführer Oliver Wagner und ZEV-Präsident Wolfram Senger-Weiss wollen Logistikpotenzial Österreichs stärken.

11.12.2015

„Unser Vorbild ist Deutschland”

Zentralverband Spedition & Logistik weitet heimische Logistikinteressens­vertretung auf EU aus und will sich als Logistikstandort ­international besser in Szene setzen.

••• Von Britta Biron

WIEN. Die diesjährige Generalversammlung des Zentralverband Spedition & Logistik (ZEV) stand ebenso wie die Arbeit des heurigen Jahres vor allem im Zeichen der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Logistikstandorts ­Österreich.

Im Auftrag des ZEV wurde heuer vom Industriewissenschaftlichen Institut eine Grundlagenstudie über die volkswirtschaftliche Rolle der Logistik durchgeführt.
„Das Ergebnis war selbst für Volksökonomen überraschend positiv. Damit konnte erstmals auch wissenschaftlich belegt werden, dass Logistik ein besonders starker Motor für Wirtschaftsstandort Österreich ist. Jeder Beschäftigte der österreichischen Logistikwirtschaft sichert bis zu 3,50 Arbeitsplätze in der österreichischen Volkswirtschaft. Jeder Euro an Wertschöpfung der Logistikbranche in Österreich sichert bis zu 4,11 Euro an Wertschöpfung in Österreichs Wirtschaft”, betonte Wolfram Senger-Weiss, Präsident des ZEV.
Wichtige Meilensteine des heurigen Jahres waren einerseits die Implementierung eines Logistik­beauftragten im Verkehrsministerium und andererseits der Beitritt zur europäischen Interessensvertretung CLECAT.

Auf europäischer Ebene

„80% der Gesetze, die in Österreich zur Anwendung gelangen, kommen faktisch aus Brüssel. Um heimische Interessen auch in Brüssel vertreten zu können, hat sich der Zentralverband heuer dazu entschlossen, in der europäischen Logistikinteressensvertretung aktiv zu werden”, betonte Oliver Wagner, Geschäftsführer des ZEV, die Wichtigkeit dieses Schritts, der sich bereits in diesem ersten Jahr gelohnt habe, da eine Reihe von Themen, die Österreich betreffen, gezielt lobbyiert werden konnten.

Internationale Stellung

Einer der wesentlichen Schwerpunkte für das kommende Jahr sei, so der ZEV-Präsident, gegenüber Deutschland, der klaren Nummer 1 im Logistics Performance Index der Weltbank, aufzuholen – vor allem auch, da Österreich in den letzten Jahren bei diesen Ranking kontinuierlich abgerutscht sei, obwohl allein die geografische Lage im Herzen Europas wichtige Vorteile habe, diese aber noch unzureichend vermarktet werden.

Maßnahmenplan umsetzen

Bei den zuständigen Ministerien habe allerdings bereits ein Umdenken eingesetzt: Gemeinsam mit Sozialpartnern und Regierungsvertretern sei ein 117-Punkte-Plan erstellt worden, der nun abgearbeitet werde. „Das hat viel in Bewegung gebracht”, sagte dazu Senger-Weiss.

Wichtig sei etwa, eine rasche Verbindung zu den Häfen zu erhalten sowie eine Anbindung an das russische Schienennetz, über die schon lange international diskutiert wird.

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