Werte schöpfen
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Produktiv Die Wert­schöpfungs­kette hat für Spitz einen sehr wichtigen Stellenwert. Das Unternehmen ist daher eng mit Rohstoff-Lieferanten und Vertriebs­partnern ­verbunden.
INDUSTRIAL TECHNOLOGY Paul Christian Jezek 20.10.2017

Werte schöpfen

Am Beispiel Spitz: Entwicklungspotenziale und Optimierungsmethoden der Wertschöpfungskette.

••• Von Paul Christian Jezek

ATTNANG-PUCHHEIM. Da Produktion und Logistik immer komplexer werden, muss man sich immer mehr an dynamische Marktänderungen anpassen.

Waren früher Prozessoptimierungen auf das eigene Unternehmen beschränkt, strebt man nun mit effizientem Supply Chain Management ein unternehmensübergreifendes Zusammenwirken an, um eine ganzheitliche, integrative Leistungssteigerung, Kosten- sowie Zeiteffizienz und Qualitätsvorteile zu erreichen. medianet hat darüber mit Jutta Mittermair von Spitz geredet.


medianet:
Heute spricht man häufig nicht mehr ‚nur' von Wertschöpfungsketten, sondern von Wertschöpfungspartnerschaften. Wo liegen da die Grenzen für Unternehmen?
Jutta Mittermair: Wenn Flexibilität oder Zugang zum Know-how von Lieferanten, etc. unter der Wertschöpfungskette leiden, dann stehen natürlich auch die Unternehmen vor Hindernissen.

Störungsfreie, tiefe und wertbasierte Prozesse in der Produktion sind nur dann möglich, wenn es bei keiner der zusammenarbeitenden Parteien eine Einschränkung gibt.


medianet:
Abgesehen vom wirtschaftlichen Kalkül – welche Gründe gibt es für den Auf- und Ausbau einer Wertschöpfungspartnerschaft?
Mittermair: Damit werden Chancen und Risiken in einem Unternehmen ganzheitlich analysiert und die vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen miteinbezogen.

Zudem können durch die damit verbundene Prozesskontrolle die Vorgänge entlang der Wertschöpfungskette optimiert und strukturiert werden. Bei Spitz trifft dies etwa bei Fruchtverarbeitung und Herstellung des Ausgangsmaterials der PET-Flaschen zu. Wir stellen dabei vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt alles am Firmenstandort in Attnang-Puchheim her.


medianet:
Wie wirkt sich so eine ‚tiefe' Wertschöpfung aus?
Mittermair: Spitz hat sich ganz bewusst für eine außergewöhnlich tiefe Wertschöpfungskette entschieden. Das hat mehrere zentrale Gründe. Die Herstellung vom Rohstoff bis zum fertigen Endprodukt im eigenen Haus minimiert das Risiko von Know-how-Verlusten. Gesammelte Erfahrungen und Learnings bleiben im Haus und werden durch Wissensmanagement innerhalb unseres Betriebs weitergegeben.

Gleichzeitig sind wir unabhängig von Zulieferern und anderen Produktionsstätten. Anders als z.B. so manche Jeanshose, die vor der Fertigstellung zum Teil schon die ganze Welt bereist hat, kaufen wir nur Rohstoffe aus der Umgebung zu und setzen alle Prozesse bei uns im Haus um.
Das führt zu einer absoluten Qualitätsgarantie: Abgesehen von Wind und Wetter, die die Ernte und damit Rohstoffe unserer Produkte beeinflussen, liegt ab der Verarbeitung die Qualität zu 100 Prozent in unserer Hand.


medianet:
Wann lohnt sich der Import von Vorleistungen?
Mittermair: Insourcing von Leistungen macht vor allem dann Sinn, wenn die Kosten für die Dienstleistung günstiger sind als in der Eigenproduktion. Auch Prozesse, die nicht zu den Kernkompetenzen gehören und damit nur ein geringes Wertschöpfungspotenzial haben, können extern erbracht werden.

Bei Spitz vermeiden wir aber genau das. Wir wollen flexibel und unabhängig agieren. Daher investieren wir jährlich in neue Betriebsanlagen und setzen uns für eine möglichst tiefe Wertschöpfungskette ein.

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