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Wichtige Impulse für die Schiene in Europa © APA/TI-Press/Carlo Reguzzi

Laut Aussage der SBB laufen die Bauarbeiten am Gotthard-Basistunnel nach Plan, und man ist bereits in der Zielgeraden.

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Laut Aussage der SBB laufen die Bauarbeiten am Gotthard-Basistunnel nach Plan, und man ist bereits in der Zielgeraden.

britta biron 29.05.2015

Wichtige Impulse für die Schiene in Europa

Gotthard-Basistunnel Kürzlich informierte die SBB über den aktuellen Stand des großen Infrastrukturprojekts

Interaktives Gotthard-Magazin informiert unter http://gotthard.sbbcargo.com über das Projekt.

Zürich. Bis zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnel dauert es zwar noch rund eineinhalb Jahre (ge-plant ist sie für den 11. Dezember 2016); was sich für den Güterverkehr dadurch ändern wird, steht für die Verantwortlichen aber bereits heute mehr oder weniger fest.

„Für den Schienengüterverkehr durch die Schweizer Alpen ermöglicht der neue Tunnel hauptsächlich mehr, schnellere und effizientere Verbindungen”, so Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo.
Die Güterzüge könnten zudem zuverlässiger fahren und seien für die Kunden planbarer, weil witterungsbedingte Streckenunterbrechungen in Zukunft größtenteils ausgeschlossen werden können. Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wachse die Deutschschweiz enger mit dem Tessin und auch der Romandie zusammen. In Zukunft wird SBB Cargo bei ihren Produkten Cargo Rail und Cargo Express mit bis zu 750 m langen Zügen ins und aus dem Tessin fahren und bis zu drei Zustellungen pro Tag anbieten.
Der Gotthard wird auch eine grüne Achse; schon heute fährt die SBB zu 90% mit Wasserkraft und wird bis 2025 den erneuerbaren Energieanteil auf 100% erhöhen.

Vorteile für Europa

„Für den internationalen Transitverkehr ist der neue Gotthardtunnel ein erster großer Schritt zur Flachbahn durch die Alpen, der die europäische Logistiklandschaft spürbar verändern wird”, ist Michail Stahlhut, CEO von SBB Cargo International, überzeugt.
Immerhin werde damit ab 2020 auf dem wichtigen europäischen Korridor zwischen Rotterdam und Genua eine Volumensteigerung von bis zu 20% ermöglicht.
„Voraussetzung ist aber, dass auch in den angrenzenden Ländern die notwendigen Zulaufstrecken weiter ausgebaut werden”, ergänzt Stahlhut. Außerdem müsse der 4-Meter-Korridor auf der Nord-Süd-Achse via Gotthard fertiggestellt werden, um Sattelauflieger mit vier Metern Höhe auf Bahnwagen transportieren zu können.
„Das steigert die Wettbewerbsfähigkeit für die Schiene deutlich”, unterstreicht Peter Jedelhauser, Leiter Projektorganisation Nord-Süd-Achse Gotthard bei der SBB.
Ab dem Jahr 2020 könnten bis zu 210.000 Lastwagenfahrten durch die Alpen zusätzlich auf die Schiene verlagert werden, bis zum Jahr 2030 solle diese Zahl sogar auf 240.000 steigen.
„Wir liegen mit der Inbetriebnahme dieses einzigartigen Jahrhundertbauwerks im Zeitplan und biegen in den nächsten Wochen in die Zielgerade ein”, so Jedelhauser und weist auf die aktuellen Aktivitäten hin. Dazu zählen nächtliche Testfahrten auf den Zulaufstrecken für das European Train Control System (ETCS Level 2) ebenso wie die Schulung von ca. 3.900 Mitarbeitenden, die Errichtung von zwei neuen Erhaltungs- und Interventionszentren an den beiden Tunneleingängen sowie zahlreiche weitere Projekte.

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