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Coty führt die Liste der Nobel-Akquisitionen an © Chloé
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britta biron 07.04.2017

Coty führt die Liste der Nobel-Akquisitionen an

Im Vorjahr haben wieder zahlreiche Unternehmen und Marken neue Besitzer bekommen.

••• Von Britta Biron

Stärkung der Markposition, Eliminierung eines Mitbewerbers, Ausweitung des Sortiments, Kostenreduktion, Schaffung von Synergien, Aneignung von Know-how, Investition in Zukunftssektoren – es gibt eine Reihe triftiger Gründe, die sowohl für Käufer als auch das Zielunternehmen Vorteile bringen. Und daher sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Beteiligungen und Übernahmen beliebte Maßnahmen, wie etwa die deutliche Steigerung der Deals im Mode- und Luxussektor im Jahr 2016 nahelegt.

Chanel kauft Zulieferer

Das Gros ist wie üblich still und höchstens von der Fachpresse kommentiert über die Bühne gegangen. So hat etwa die Chanel-Gruppe weitere Zulieferbetriebe wie Mégisserie Richard, Moulinages de Riotord und Textiles Henri Lacroix übernommen. Desseilles, den ältesten französischen Hersteller feinster Spitzen, hat dagegen das chinesische Textilunternehmen Yong Sheng aufgekauft.

Die österreichische Signa-Holding hat sich die drei E-Commerce-Plattformen Dress for Less, Outfitter und Internetstores einverleibt und die Mehrheit am deutschen Tennishändler Tennis-Point gesichert. Neue Eigentümer haben auch der Shopping-Club Schustermann & Borenstein (Permira), die Fashionmarken 7 For All Mankind, Splendid und Ella Moss (Delta Galil Industries), das Couturehaus Balmain (Mayhoola), die Parfüm-Brand By Kilian (Estée Lauder) oder der Luxushandy-Hersteller Vertu (Delta Galil Industries).
Nur wenige Deals sorgen für internationale Schlagzeilen, wie der des spanischen Kosmetikkonzerns Coty, der um mehr als 11,5 Mrd. € die Körper- und Schönheitspflegesparte von Procter & Gamble gekauft hat und sich damit auf Rang 3 der größten Beauty-Unternehmen der Welt geschoben hat.
Ebenfalls für großes Interesse sorgte die Mehrheitsbeteiligung (80%) von LVMH an Rimowa. Über seine Beteiligungsfirma L Catterton hat sich Bernard Arnaults Luxuskonzern zudem den italienischen Premiumfahrrad-Hersteller Pinarello ins Haus geholt.
Langweilig in Sachen M&A dürfte auch 2017 nicht werden. Eine milliardenschwere Elefantenhochzeit ist bereits fix, und zwar jene zwischen dem italienischen Brillenproduzenten ­Luxottica (Inhaber von Ray-Ban, Oakley, Vogue Eyewear, Persol, Oliver Peoples and Alain Mikli sowie Lizenzen zahlreicher ­Luxusmarken von Armani bis Valentino) und dem französischen Brillenglashersteller Essilor.
„Mit dieser Fusion wird mein Traum, einen Global Player in der Brillenindustrie zu schaffen, Wirklichkeit”, so Leonardo Del Vecchio, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Luxottica, der das neue Unternehmen leiten wird. Vizepräsident wird der Essilor-Chef Hubert Sagnières.

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