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Erholung kommt spätestens im Jahr 2019 © APA/AFP/Fabrice Coffrini

Aktuell sind die Lager der Diamantenhändler gut gefüllt und die Preise daher niedrig.

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Aktuell sind die Lager der Diamantenhändler gut gefüllt und die Preise daher niedrig.

Redaktion 25.03.2016

Erholung kommt spätestens im Jahr 2019

Diamanten-Markt Preisrückgänge setzen die Branche aktuell unter Druck, aber die edlen Steine werden knapp

München/Antwerpen. Schwächelt die Wirtschaft, sinkt die Nachfrage nach Edelsteinen. Im Vorjahr machte sich vor allem das schwache China-Geschäft bemerkbar. Händler kürzten ihre Bestellungen, dadurch füllten sich in den ersten Monaten die Lager, und das Überangebot drückte die Preise für Rohdiamanten nach unten – in den ers­ten drei Quartalen um satte 15%. Darunter leiden besonders mittelständische Diamantengroßhändler und -verarbeiter.

„Die derzeitige Wachstumsdelle in China wird aber keinen anhaltenden Markteinbruch verursachen”, beruhigt Klaus Neuhaus, Partner bei Bain & Company.
Denn der US-Markt, wichtigster Faktor im globalen Diamanten-Business, wächst, und sobald Industrie und Handel ihre Lager abgebaut haben, werde sich die Marktlage wieder beruhigen.

Nur eine kleine Delle

„Während der Wirtschaftsturbulenzen 2001 und 2009 brauchten die Diamantenpreise bis zu zwei Jahre, um sich zu erholen”, so ­Neuhaus. „So lang wird es dieses Mal nicht dauern, denn der Markt hat noch Potenzial.”
In den nächsten 15 Jahren erwartet er, dass die Nachfrage nach Rohdiamanten jährlich um drei bis vier Prozent wächst. Gleichzeitig dürfte das weltweite Fördervolumen aufgrund alternder Minen und des Wechsels zum Untertagebau bis 2030 um ein bis zwei Prozent pro Jahr zurückgehen.
Ab 2019 werde daher die Nachfrage das Angebot übersteigen und die Preise wieder nach oben gehen.
„Tatsache ist, dass der Diamantenmarkt auch in Zukunft vor allem von der weltweiten Konjunktur abhängen wird”, so Neuhaus.
Aufgrund der verhaltenen Aussichten für die chinesische Wirtschaft sei daher für heuer eine weiteren Stagnation wahrscheinlich. Erst ab 2017 sei mit einer Erholung zu rechnen. (red)

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