LUXURY BRANDS & RETAIL
Made in Great Britain statt EU-Importe nach dem Brexit © British Fashion Council

Die britische Mode- und Textilindustrie will verstärkt auf lokale Kooperationen setzen.

© British Fashion Council

Die britische Mode- und Textilindustrie will verstärkt auf lokale Kooperationen setzen.

Redaktion 26.05.2017

Made in Great Britain statt EU-Importe nach dem Brexit

British Fashion Council Datenbank mit High-End-Zulieferbetrieben ist online und soll für mehr Zusammenarbeit im eigenen Land sorgen

London. Dem Brexit sieht der Großteil der britischen Modeunternehmen mit Sorge entgegen. Zwar hat das im Zuge des Austritts-Votums geschwächte Pfund die Umsätze gepusht, auf der anderen Seite werden neue Zoll- und Visabestimmungen künftig die Geschäfte mit der EU – sie ist mit einem Umsatz von 7,73 Mrd. € der mit Abstand wichtigste Markt für britische ­Designer – erschweren.

Unklar sind weiters die Auswirkungen auf den Status der in UK lebenden Mitarbeiter aus der EU. Zudem erwartet man einen höheren zeitlichen und finanziellen Aufwand in Bezug auf den Versand von Musterteilen und -kollektionen für Modemagazine und Fashionshows auf dem Kontinent.
Das Aus für den ungehinderten Waren- und Personenverkehr wird auch die Zusammenarbeit mit europäischen Zulieferbetrieben behindern.

Stärkung der Textilindustrie

Allerdings verfügt Großbritannien selbst über eine große Textil­industrie.
Im Zuge einer Benchmarkstudie der Glasgow Caledonian University und der Oxford University im Auftrag des British Fashion Councils (BFC) wurde diese 2015 analysiert und verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der Branche entwickelt; dazu zählt die High End Manufacturers Database, die seit Kurzem online ist.
Sie listet eine Fülle von Betrieben der Modebranche (darunter Webereien, Gerber, Stickereiateliers, Handschuhhersteller, Accessoirproduzenten, etc.) auf und bietet neben Kontaktdaten detaillierte Informationen zu Tätigkeitsbereich, technischer Ausstattung, Produktionskapazitäten und Liefer- und Zahlungskonditionen.
In einem nächsten Schritt will das BFC eine Auditierung der gelisteten Betriebe durchführen und Best Practice-Beispiele veröffentlichen. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema