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24 Kunden in 24 Monaten © Severin Wurnig
© Severin Wurnig

Dinko Fejzuli und Michael Fiala 25.11.2016

24 Kunden in 24 Monaten

Vor zwei Jahren haben sich Patrik Partl und Phil Hewson von FCB gelöst und eine eigene Erfolgsgeschichte gestartet.

••• Von Dinko Fejzuli und Michael Fiala

24 Monate, 24 Kunden – Patrik Partl und Phil ­Hewson, die sich vor zwei Jahren mit der Gründung der Agentur Partlhewson selbstständig gemacht und von ihrer damaligen Agentur FCB gelöst haben, blicken zufrieden auf die vergangenen zwei Jahre. Vor Kurzem konnte der 24. Kunde begrüßt werden. Dass dies mit dem 24. Lebensmonat der Agentur zusammenfällt, ist natürlich Zufall. Auf der Agenturhomepage liest sich das so: „Grundzahl des Duodezimalsystems und im mythologischen Sinn ein Symbol von Vollständigkeit. Finden wir auch. Fühlen uns vollkommen wohl mit unseren 24 Kunden.”

Seit der Volksschule

Zeit für Öffentlichkeitsarbeit haben die beiden bisher nicht gefunden. Partl: „Wir waren bisher im Aufbau und haben uns zuerst um unsere Kunden kümmern müssen, um zu überleben”, schmunzelt der Agenturgründer.

Die beiden Geschäftsführer kennen sich seit Volksschul­tagen. „Wir sind beide unabhängig voneinander in der Werbung gelandet und haben uns dann bei der FCB getroffen, dort dann auch die Kunden geteilt. Vor zwei Jahren dann war die Zeit reif, dass wir uns selbstständig machen”, so Hewson, der ergänzt: „Wir wollten wieder stärker in den operativen Prozess eingebunden sein. Und wir sind zu jung, um 70% für Organisatorisches draufgehen zu lassen.”
Die Trennung von der FCB lief freundschaftlich und fair. Man teilt sich aktuell sogar einen Kunden, die ÖBB. „FCB hat den Lead und wir sind konzeptioneller Partner”, so Hewson. Die Agentur umfasst mittlerweile fünf Mitarbeiter. Die Ambition, kräftig zu wachsen, hegen die beiden nicht, denn dann gäbe es zu wenig Zeit, um persönlich bei den Kunden zu sein. „Uns war klar, dass wir von Anfang an nicht mit einem USP punkten können. Unser Angebot ist eine 360-Grad Kommunikation, auch wenn das jetzt schon ein bisschen abgedroschen klingt. Wir haben das einfach ausprobiert. Uns war sehr wichtig, dass wir persönlich betreuen können. Daher werden wir wohl auch nicht viel größer werden, weil uns das sehr wichtig ist.” In den vergangenen zwei Jahren konnten auch bereits nahezu alle Disziplinen wie Klassik, Online/Digital oder etwa Dialog-Marketing für die 24 Kunden umgesetzt werden.

Kein Sharen von Kunden

Das Sharen des Kunden ist aber kein generelles Agenturmodell. „Das ist aus der Historie so gewachsen”, erzählt Partl. „Prinzipiell wollen wir die Kunden allein betreuen.” Bei gewissen Leistungen setzt die kleine Agentur dennoch logischerweise auf Partner, zum Beispiel im Bereich der Animation. Der 24. Kunde ist übrigens Alpinresort, der größte Online-Skiverleih Mitteleuropas. Zuletzt ist aber auch das Wifi, die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) oder auch der trend hinzugekommen. Für die Raiffeisen-Zentralbank hat man das Portal „Mein Team” umgesetzt, für die Catering-Firma Breuer wurde eine komplett neue Corporate Identity aufgesetzt. Im Auftrag der Wiener Linien war die Agentur in den vergangenen beiden Jahren auch schon aktiv.

Die Größe der Kleinheit

Dass die Agentur mit ihrer gemütlichen Größe im Gegensatz zu den großen Playern in dem einen oder anderen Punkt auch Defizite hat, ist den beiden klar. Jedoch überwiegen die Vorteile. Hewson: „Die netzwerkgeführten Agenturen haben Vor-, aber auch Nachteile. Das Financing hat bei diesen großen Agenturen dann schon oft dreingeredet und Dinge abgeschossen. Dafür kann man auf das Netzwerk zurückgreifen. Es ist aber ein People-Business, und die großen Agenturen tun sich schwerer als früher. Das merkt auch der Kunde, wenn er sich bei kleinen Agenturen auf einzelne Personen verlassen kann.”

So lange wie möglich hat die Agentur dabei mit Freelancern zusammengearbeitet. „Es ist dann mehr und mehr geworden, die Freelance-Kosten wurden dann zu hoch. Als Unternehmer haben wir aber so lange wie möglich darauf gewartet, Mitarbeiter anzustellen, schon rein aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Wir werden auch aus diesen Gründen nicht zu schnell wachsen.”

Probleme lösen

Laut Eigendefinition arbeiten die beiden „sehr lösungsorientiert. Es ist dann natürlich auch oft eine Sympathiefrage, weil bei unserer Arbeit unsere Persönlichkeiten dahinterstehen. Unsere Stärke liegt darin, mit dem Kunden intensiv zu reden”, so Partl. Besonders stark sieht sich die Agentur bei starken Marken. „Bei kleinen Marken, die im Findungsprozess sind, holen wir uns dann manchmal auch externe Hilfe hinzu.”

Neun von zehn Kunden gewinnen die beiden durch Weiterempfehlung. „Wir versuchen Pitches weitestgehend zu umgehen, auch wenn wir die letzten drei gewonnen haben.”

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