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Alle Macht den Kunden – dank der Digitalisierung? © Katharina Schiffl

Klaus Dieter Koch, Gründer und Managing Partner der Brand Trust GmbH, gemeinsam mit Achim Feige, Executive Brand Consultant von Brand Trust und Autor.

© Katharina Schiffl

Klaus Dieter Koch, Gründer und Managing Partner der Brand Trust GmbH, gemeinsam mit Achim Feige, Executive Brand Consultant von Brand Trust und Autor.

Rene Ach 18.03.2016

Alle Macht den Kunden – dank der Digitalisierung?

Beim letzten „Brand Trust Living Room” diskutierten Experten die Vor- und Nachteile der Digitalisierung für Marken und Kunden.

••• Von René Ach

WIEN. Beim 3. BrandCircle, einer Experten-Veranstaltung des Markenberatungs-Unternehmens Brand Trust, stellten knapp 20 Gäste in einer exklusiven Runde die Digitale Welt in den Fokus und gingen der Frage nach: Was kommt nach der Digitalisierung? Ein großes schwarzes Loch oder die große Chance für eine Renaissance des Marketings?

Brand Trust Managing Partner und Standortleiter in Wien, Achim Feige, lud Vertreter aus Wirtschaft, Marketing und Medien ein und präsentierte seine Visionen, wie Marken die Digitalisierung für die Umsetzung ihrer gesetzten Ziele bestmöglich nutzen könnten.  „Eine Marke macht mehr aus als bloß ein Logo”, war einer von Feiges Anfangspunkten. Gerade in Zeiten der Digitalisierung, in der jede Marke im Konkurrenzdruck „mit der gesamten Welt steht”, sei es wichtig, sie richtig zu positionieren. Die Aufgabe von Unternehmen ist es jetzt, diese Techno- & Digitalisierung optimal zu nutzen. „Marken sind Leuchttürme im Umbruch”, vertiefte Feige diese Aussage. Gerade jetzt müsse es für sie ein Hauptanliegen sein, Robustheit und Agilität zu verkörpern und nach außen zu tragen.

Umdenken ist angesagt

Durch die Digitalisierung verändere sich aber nicht nur das Markenmanagement, sondern auch der Kundenkontakt. „Es besteht jetzt die Möglichkeit, mit meinen Kunden täglich in Kontakt zu kommen und sie in meinem Eco-System zu halten”, so Feige. Dies entsteht durch die erhöhte Anzahl der Kontaktpunkte mit dem Kunden, die sich durch diese Entwicklung vervierfachen, so Feige. Ziel einer Marke müsse es daher sein, diese Schnittpunkte zu kennen und sich darauf zu spezialisieren.

Trotz des großen Optimismus den Feige in seiner Präsentation verbreitete, sieht er durchaus auch Gefahren in der Digitalisierung. Marken würden im digitalen Zeitalter oft auf einen Punkt vergessen: nämlich die Einzigartigkeit. Durch den ansteigenden Wettbewerb ­rücken Werte wie „Orientierung und Sicherheit”, die die Grundsäulen einer Marke sein sollten, oft in den Hintergrund.
Um dem entgegenzuwirken, präsentierte Feige das „Age of You”-Konzept, eine Strategie, in welcher das „Wir”, also jede einzelne Person, das zentrale Element der Wertschöpfung darstellt. Mit Elementen, die zum Teil durchaus aus dem Marketingbereich bekannt sind, soll es Marken erleichtert werden, die Digitalisierung für sich optimal zu nutzen.

Die Strategie beginnt mit der ­Romantik – ein Gefühl, wonach man sich besonders im digitalen Zeitalter wieder sehen würde. Gleiches gilt für die Kreativität. Besonders Apple nutzte und kommunizierte diese beiden Punkte von Beginn an stark; im Mittelpunkt deren Kampagnen stehen bis heute der Nutzer und das zu vermittelnde Lebensgefühl. Eine weitere Emotion, die genutzt werden sollte, ist das Mitgefühl, denn für Feige sei es für Marken unumgänglich, zu wissen, wonach sich Menschen sehnen. Neben weiteren Punkten wie Verantwortung und Achtsamkeit ist die Tiefe ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.

Marken würden sich immer mehr entscheiden, in die Tiefe zu gehen, denn „der Satz, dass sich Menschen nichts mehr merken, stimmt nicht”, erklärt er. Vor allem Medien haben dies zum Teil erkannt und setzen daher zum Beispiel vermehrt auf Investigativ-Journalismus. Weiters sei es die Aufgabe, zu erkennen, dass Werte wie Vielschichtigkeit und Unterstützung die Kunden zur Markentreue bewegen. Ein ebenfalls bekanntes, aber unterschätztes Element ist für ihn das Storytelling, denn das führe letztendlich zu einer Identität der Marke, mit der sich Kunden schlussendlich auch identifizieren. Der letzte Punkt ist zugleich einer der wichtigsten: Die Zeit und Aufmerksamkeit, die man seinen Kunden entgegenbringe.

Im Anschluss des Vortrags wurde in exklusiver Runde über das ­Gehörte ausgiebig diskutiert.

Weitere Infos zu Brand Trust finden Sie unter: www.brand-trust.de

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Ihr Kommentar zum Thema (1)

  • sirnicha – Freitag, 18. Mär 2016, 06:52
    Storytelling... besser, man nennt es blablabla!