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Anett Hanck verstärkt „Heute”-Führungsteam © leadersnet.at/Daniel Mikkelsen
© leadersnet.at/Daniel Mikkelsen

Dinko Fejzuli 10.07.2015

Anett Hanck verstärkt „Heute”-Führungsteam

Neu Heute verstärkt sich mit Anett Hanck, die nun die Geschäftsleitung Sales innehat und mit Verlagsleiter Goran Drinic (re.) die Anzeigenmannschaft operativ führt. Geleitet wird die Vermarktung und Anzeigenproduktion der AHVV Verlags GmbH durch den GF Sales, Gernot Fischer. medianet traf die drei zum Interview.

Wien. Während sich Heute-­Herausgeberin Eva Dichand in New York Inspiration für ihre Tageszeitung und das digitale Angebot holt, wird in Wien der Sales-Bereich neu organisiert: Gernot Fischer ist bereits mit 1. Mai in die ­Geschäftsführung Sales auf­gerückt.

Anett Hanck stößt mit 15. August als Geschäftsleiterin Sales dazu und wird gemeinsam mit dem langjährigen Verlagsleiter Goran Drinic die Anzeigenmannschaft führen. Fischer bleibt dem Verkauf, seinen wichtigsten Kunden, selbstverständlich erhalten und wird die Vermarktung sowie die Anzeigenproduktion der AHVV Verlags GmbH leiten. Im Gespräch mit medianet sprach das Trio über Pläne, Visionen und die Stärken der Gratiszeitung.
Übrigens: Alle drei, Hanck, Drinic und Fischer, haben eines gemeinsam – alle drei waren auch schon mal für den News-Verlag tätig.


medianet:
Im Sales-Bereich der Heute-Zeitung gab es nun einige Umstrukturierungen. Ist die Abwesenheit von Herausgeberin Eva Dichand ein Grund für die Veränderung?
Gernot Fischer: Ich bin mit 1.5. in die Geschäftsführung aufgerückt. Dass Anett Hanck gerade zu diesem Zeitpunkt eine neue Herausforderung gesucht hat, ist eine glückliche Fügung – die wir für uns nutzen konnten. Hanck und Drinic werden gemeinsam das Anzeigenteam leiten und berichten an mich. Damit bekomme ich Kapazität frei, um mich noch stärker um Key Accounts und Neugeschäft kümmern zu können und die Entwicklung des Unternehmens vorantreiben zu können.

medianet:
Eva Dichand wird allerdings zurückkommen; sprechen wir hier also von einer Besetzung auf Zeit?
Fischer: Frau Dichand hat bereits vor einem Jahr entschieden, sich vermehrt um das Onlinegeschäft zu kümmern. Wir hatten im Printbereich wahnsinnig viel zu tun und konnten die viele Arbeit kaum mehr bewältigen. Wir wollen mit der Tageszeitung, unseren Magazinprodukten und dem eCommerce weiter wachsen, und es war an der Zeit, eine weitere Person anzustellen.

medianet:
Frau Hanck, Sie waren bis Ende vergangenen Jahres Verlagsmanagerin der News-Gruppe. Welche Bereiche verantworten Sie jetzt bei Heute, und was kann die Branche von Ihnen erwarten?
Anett Hanck: Wir wollen größere Power auf die Straße bringen und glauben, das als Team bewältigen zu können. Es liegt sehr viel Potenzial vor uns. Fast jeder zweite Haushalt in Wien liest Heute. Wir können die Metropolregion bewegen, das ist für mich ein riesiges Thema. Wir wollen verstärkt die Zielgruppe Frauen ansprechen und hier noch viel herausholen. Und auch die Themen Kosmetik oder Mode versprechen ein Wachstum. Wir sind mittlerweile überall dort in Österreich vertreten, wo es Wirtschaftspotenzial gibt, und dennoch kann man auch hier noch einiges tun. In Schönheit sterben, kann man sich nicht mehr leisten, es geht nicht mehr nur um das Image, es geht um den Verkauf, und wenn Heute eines kann, dann ist es verkaufen.

medianet:
Wenn Sie von Potenzial sprechen, meinen Sie dann auch den Magazinmarkt, den Sie bereits mit Wochenendprodukten bedienen?
Fischer: Wir haben in Wien-NÖ-OÖ und Bgld fest integrierte Entnahmeboxen und 52 Wochenenden, in denen diese Boxen ungenutzt waren, da die Tageszeitung von Montag bis Freitag erscheint. Wir glauben, dass wir den Magazinmarkt durch intelligente, anlassbezogene Magazinprodukte bereichern können. Der Markt befindet sich gerade in einem enormen Umbruch – eine gute Gelegenheit, das bestehende Angebot punktuell vor allem mit Mode- und Lifestyle-Produkten anzureichern.
Drinic: Im Vorjahr gelang es uns, ca. 10 Magazine mit gutem Erfolg herauszubringen, heuer nehmen wir uns bis zu 15 Magazine vor und das wird uns, natürlich auch mit Unterstützung durch Anett, auch glücken. Wir haben keine periodischen Produkte, sind dadurch flexibel und reagieren auf Anlässe oder auch Überlegungen unserer Kunden. Neben dem Netdoktor- Magazin welches heuer drei Mal erscheint, gibt es seitens der Werbewirtschaft hohe Nachfrage an Shopping-, Motor-, Smartphone-, Karriere-, Lehrlings-, Lifestyle- und Xmax-Produkten.

medianet:
Kunden wie die Kosmetik- oder Modebranche setzen vor allem aber auf hochwertiges Papier. Inwiefern entspricht Heute als Tageszeitung diesen Ansprüchen?
Hanck: Seit drei Monaten ist es möglich, vorgefertigte Beilagen in die Zeitung zu bringen. Damit können wir dem Thema Papierqualität entgegenwirken. Das Format ist das gleiche, nur das Papier ist anders. Die Beilage wird einfach in die Tageszeitung geklebt.
Drinic: Wir können Beilagen im Umfang zwischen 2 und 16 Seiten unseren Kunden anbieten. Im Gegensatz zu den Postaussendungen, wo viele Beilagen enthalten sind, bieten wir ein hochwertiges Produkt tagesexklusiv an. Und das bei einer Wien-Auflage von ca. 400.000 Exemplaren.
Fischer: Außerdem haben wir gerade erst ein Projekt beendet, das zum Ziel hatte, unsere Druck- und Papierqualität enorm anzuheben. Zusätzlich sind im Vergleich zu Ausgaben von vor zwei Jahren die Farben im Heute viel leuch­tender, frischer, lebendiger und natürlicher geworden. Diese Top-­Qualität ist Kunden aus der Mode- und Kosmetikbranche enorm wichtig.

medianet:
Auf den Postkästen sieht man immer häufiger ‚Bitte keine unadressierte Werbung' . Hier sehen Sie sich ja etwas als das dazu passende Alternativangebot
Fischer: Absolut. Wir sind zu den Postwurfsendungen eine klare Alternative, weil die Menschen unser Produkt freiwillig mitnehmen.
Drinic: Wir haben das Rezept schlechthin. Wir haben ein wirklich gutes journalistisches Produkt, welches seit mehr als zehn Jahren hervorragend wird. Es ist optisch gut präsentiert und modern. Die Bereiche Unterhaltung und Information sind ausgewogenen, wir sprechen jede Zielgruppe beiden Geschlechts an.

Unsere Vertriebswege haben sich auch erweitert. Man findet uns seit Längerem in den Großbäckereien, in der Systemgastronomie wie Mc Donald’s oder Nordsee, in Shoppingcentern, in Supermärkten und seit Kurzem auch in Wiener Taxis. Aber auch große Unternehmen mit Hunderten Mitarbeitern erreichen wir über Werksverkehr, Foyer oder Kantine. Wir sind einfach überall, wo sich die Menschen täglich von Montag bis Freitag bewegen, wir bedienen die mobil’e, aktive Generation. Uns zu konsumieren, ist einfach und verlockend.


medianet:
Viele sehene Heute aber noch immer als U-Bahn-Zeitung.
Drinic: … und dabei werden wir nur zu einem Drittel über die U-Bahn vertrieben.
Fischer: Uns geht es nicht darum, woher die Leute die Heute haben, sondern vielmehr, wie sie diese nutzen. Eine der weltweit erfolgreichsten Gratis-Tageszeitungen heißt 20 Minuten und kommt aus der Schweiz. Das ist ein Wert, der sich auch bei uns widerspiegelt. Wir liegen bei 21 Minuten, die unsere Zeitung gelesen wird. Interessant ist, dass Abonnenten zwischen 20 und 22 Minuten einen Printtitel konsumieren, egal wie viel weiteren Lesestoff dieser noch bieten würde. Bei uns hat der Werbetreibende eine enorm hohe Chance, dass sein Werbemittel auch gesehen und rezipiert wird.

medianet:
Heute hat besonders unter den jungen Lesern eine hohe Reichweite. Wird es auch hier Sonderproduktionen geben?
Fischer: Wir befinden uns in einem permanenten Entwicklungsprozess, auch in diese Richtung. Schade ist, dass die Media­Analyse erst ab 14 Jahren beginnt zu zählen. Denn eigentlich beginnt der Konsum schon viel früher – etwa mit zehn. Das ist ein starker Hoffnungsmarkt für uns. Dadurch, dass dieser Teil der Zielgruppe nicht berücksichtigt wird, geht einigen Printmedien mit hohen Reichweiten bei den Jungen ­sicherlich echtes Geschäft ver­loren.
medianet: Gerade diese Zielgruppe konsumiert Medien aber auch digital …
Fischer: Das Wachstum im digitalen Bereich ist uns natürlich wichtig. Allerdings kommen 90 bis 95% unserer Erlöse aus dem Printgeschäft. Es wäre ein fataler Irrtum, unser Kerngeschäft zu negieren. Wir glauben an eine Zwei- Marken-Strategie.
Drinic: Eine Vernetzung gelingt uns beispielsweise mit QR-Code. Dieser wird auch von den Lesern angenommen und hilft uns, Printthemen mit dem digitalen Bereich zu verbinden. Zudem hilft es uns, mehr über unsere Leserschaft zu erfahren, z.B. über die zeitliche Nutzung der Texte. Interessanterweise ist der Peak in der Mittagspause.
Hanck: Ich kann einen Menschen von vielen Bereichen her betrachten; dasselbe gilt für eine Marke. Sie muss glaubwürdig sein und ihren Kernbereich beibehalten.
medianet: Frau Hanck, Sie beginnen Mitte August in einem gro­ßen Haus mit vielen Lesern. Welche Anforderungen hat man Ihnen mit auf den Weg gegeben?
Hanck: Unsere gemeinsame Agenda ist Wachstum. Man spricht in der Branche meist von Stabilität. Vor zehn Jahren hätte davon niemand gesprochen. Hier bei Heute spricht man immer noch von Wachstum und das finde ich großartig.
Drinic: Wir drei sind Gewinnertypen, haben den berühmten Zug zum Tor. Es ist nur ein logischer Schritt, dass wir drei bei Heute gelandet sind. (lacht)
Hanck: Ich habe das Medienhaus Deutschland mitgegründet und schon sehr viel gesehen. Wenn sich die Tageszeitungen einig sind, dann können sie viel bewirken. Nichts ist so nah an den Menschen und den Geschehnissen wie die Tageszeitungen. Deshalb sind wir hier gelandet. Wir rocken jetzt.

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