MARKETING & MEDIA
Auf einer Mission © Stephan Bruckner

Martin Wolfram Der Geschäftsführer der Videoagentur News on Video.

© Stephan Bruckner

Martin Wolfram Der Geschäftsführer der Videoagentur News on Video.

Gianna schöneich 23.09.2016

Auf einer Mission

Martin Wolfram schmiss „das Fernsehen” hin, setzt nun auf Onlinevideos und lädt am 20. Oktober zum Kongress.

••• Von Gianna Schöneich

WIEN. Mediakraft-Gründer Christoph Krachten, Leopold Grübl von Mindshare, Guido Bülow von Facebook, Peter Rathmayr von YouTube, Caroline Klinger von Studio71 – das Programm der neovideo liest sich wie ein Who-is-who der Onlinevideo-Szene. Wer nicht nur Videos in den Sozialen Medien teilen, sondern dabei auch strategisch vorgehen möchte, sollte den Kongress neovideo am 20. Oktober nicht versäumen.

Martin Wolfram schwärmt, und es scheint, als könnte man ihn nicht unterbrechen. Der Geschäftsführer der Videoagentur News on Video doziert über sein scheinbares Leib- und Lebensthema Onlinevideo – und seine Begeisterung ist ansteckend.

Wirklich alles easy going?

„Die Demokratisierung des bewegten Bildes”, „Jeder und jede kann Sender sein, auch Unternehmen” und „Drehen Sie mit dem Smartphone, am besten gehen Sie überhaupt gleich live” – hört man Wolfram zu, hat man den Eindruck, nichts wäre einfacher, als mit Onlinevideos erfolgreich zu sein. Push-content, pull-content, help, hub und hero – alles klingt einleuchtend, bis die Frage aufkommt, ob wirklich alles easy-going ist. Und plötzlich einen finsteren Blick erntet.

„Na ja, viele da draußen glauben noch immer, sie lassen ein Filmchen um ein paar Tausender machen und das schauen sich dann einfach so Millionen Menschen an. Das ist natürlich Blödsinn.”
Der neovideo-Kongress ist Wolframs jüngstes Projekt, er findet heuer zum zweiten mal statt. Von seinem Buch „Die kleine Videofibel” hat er gerade die zweite Auflage herausgebracht und wenn er nicht an der Fachhochschule Videogestaltung unterrichtet, hält er Vorträge über Videostrategie. Der Mann ist auf einer Mission. Vor fast zehn Jahren hat Wolfram „das Fernsehen” hingeschmissen, und das trotz einiger Erfolge. Mit „Die Lugners” entwickelte er die erste Doku-Soap, baute eine Nachrichtensendung auf und leitete diese, war für journalistische Qualitätskontrolle bei ProSiebenSat.1Puls 4 verantwortlich – aber dann kam YouTube und hat alles verändert.

Videos sind authentisch

„Es gibt einfach immer mehr ­Kanäle, über die man verschiedene Zielgruppen erreicht und die alle ihre eigenen Gesetze haben. Aber in einem sind sich alle einig: Video ist die wichtigste Kommunikationsform. Das muss nicht immer teuer produziert sein, ganz im Gegenteil: Viele Videos funktionieren gerade weil sie authentisch sind. Wichtig ist, dass man einen Kanal auch wirklich bespielt und dabei erwartbar ist.” Ob er fleißig auf Snapchat unterwegs ist? Da muss sogar Wolfram lachen. „Nein, das ist mehr was für meine Tochter. Ein Kükennetzwerk. Aber ich weiß wie’s funktioniert. Und wenn es für einen Kunden Sinn macht, dann empfehl ichs natürlich auch.”

Abhängig vom Imageträger

Macht es nicht mehr Sinn, gleich mit einem YouTube-Star zu kooperieren? Und so auf bestehenden Erfolg aufzusetzen? „Das kann schon Sinn machen, klar. Wenn ich ein Kosmetikprodukt habe und eine tolle YouTuberin, wie zum Beispiel Kim Lianne, die überzeugend von meinem Produkt erzählt, dann ist das gute Werbung.

Aber ich mache mich und mein Produkt natürlich auch abhängig von einem Imageträger. Deshalb empfehlen wir, eher Content Marketing mit Videos in den eigenen Kanälen zu machen, und zwar regelmäßig. Und ab und zu dann eben ein besonders tolles Hero-Video zu verbreiten. Dann kann eine Kooperation mit einem Star auch helfen, den Kanal zu pushen.”

Lieblingsthema: neovideo

Womit wir bei Wolframs derzeitigem Lieblingsthema angekommen sind: die neovideo. Im T-Center, wo seine Videoagentur News on Video sitzt, findet der Kongress am 20. Oktober statt, 150 Personen aus der PR-, Werbe- und Marketingszene sollen kommen, lauschen, lernen – und in Workshops ausprobieren.

Christoph Krachten hat ­Mediakraft gegründet, organisiert die Videodays, bei denen 15.000 Jugendliche in Arenen ihren YouTube-Stars zujubeln, und macht Unternehmenskanäle, z.B. für Volkswagen. Er wird die Keynote halten.

Themen und Vorträge

Die Mega-Konkurrenten Facebook und YouTube erzählen, mit welchen Strategien man auf ihren Kanälen erfolgreich ist. Außerdem wird es um Content Marketing-Strategien und das Thema MultiChannelNetworks/Influencer gehen – Praxisbeispiele, kommen von der APA über Continental bis hin zur OeNB.

Martin Wolfram wird sich auf der neovideo ausnahmsweise aufs Moderieren beschränken. Und aufs Schwärmen.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema